Enttäuschung folgt Hoffnung

Beim MBC kehrt einfach keine Ruhe ein

Beim Syntainics MBC kehrt in dieser Saison keine Ruhe ein: Weißenfels verpasst einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf und trennt sich von einem Profi.

Weißenfels - Es wäre ja auch zu schön gewesen für die Anhänger des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC). Gleich noch ein Sieg nach dem Überraschungserfolg gegen Crailsheim? Wäre so wichtig gewesen, der Klassenerhalt damit zum Greifen nah. Doch die Fans des Syntainics MBC sind es inzwischen gewöhnt, dass das Leben kein Konjunktiv ist – und so mussten sich die Wölfe am Dienstagabend dann auch Göttingen mit 85:99 geschlagen geben.

Auf Hoffnung folgte Enttäuschung, wieder einmal in dieser so beschwerlichen Saison. Beim Syntainics MBC kehrt in dieser Spielzeit einfach keine Ruhe ein. Und so schob der Klub passenderweise gleich noch eine Personalmeldung hinterher: US-Aufbauspieler Antony (Cat) Barber und der Syntainics MBC haben sich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt.

Anthony Barber beim MBC: Ein großes Missverständnis

Barber und Weißenfels, das war sportlich wie menschlich ein großes Missverständnis, weshalb die Entscheidung kaum überraschte. Mitte Februar hatte sich der 26-Jährige dem Syntainics MBC angeschlossen, um den damals verletzten, etatmäßigen Aufbauspieler Roko Rogic zu ersetzen. Barber kam jedoch nie richtig an, konnte seine Schnelligkeit kaum ausspielen, leistete sich im Schnitt mehr als drei Ballverluste pro Partie und war nicht wirklich ins Team integriert. Die Trennung erschien bereits in den vergangenen Wochen unausweichlich zu sein. Weil Rogic längst wieder fit ist und sich in deutlich besserer Form präsentierte, zählte Barber zuletzt schon nicht mehr zum Aufgebot.

Auch gegen Göttingen stand der US-Amerikaner nicht im Kader. Zunächst verlief die Partie ausgeglichen. Zur Halbzeit führten die Gäste in der Stadthalle Weißenfels knapp mit zwei Punkten (42:40). Danach vergrößerte sich jedoch der Rückstand des Syntainics MBC und Göttingen gewann am Ende souverän. Ein großes Defizit: die schwache Trefferquote aus der Distanz. Lediglich drei von 26 Dreier-Versuchen fanden den Weg ins Ziel. Zum Vergleich: Bei Göttingen waren es 17 von 27.

Die wieder einmal ernüchternde Analyse von Cheftrainer Silvano Poropat: „Wir waren zu soft, zu weich – in der Verteidigung und auch insgesamt. Wir haben den Gegner einfach spielen lassen, wie er wollte. Wenn man das zu Hause in einem so wichtigen Spiel macht, dann ist es schwierig, dann kann man nicht gewinnen.“

MBC vor spielfreiem Wochenende in Basketball-Bundesliga

Mit einem Sieg hätte sich Weißenfels etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Aktuell belegt der Syntainics MBC den ersten Nichtabstiegsplatz und hat zwei Siege Vorsprung auf den Vorletzten Gießen und drei Siege Vorsprung auf das Schlusslicht Vechta. Allerdings haben beide Verfolger jeweils eine Partie weniger absolviert als Weißenfels. Gegen Vechta muss das Poropat-Team am vorletzten Spieltag noch antreten. Außerdem stehen noch Partien gegen Frankfurt, Bayreuth und schließlich Oldenburg auf dem Plan.

Zunächst aber heißt es Kräfte sammeln. Denn am kommenden Wochenende hat der Mitteldeutsche Basketball Club spielfrei. „Das wird uns gut tun nach dem harten Programm, das wir in den vergangenen Wochen hatten“, sagte Aufbauspieler Quinton Hooker, der gegen Göttingen mit 26 Punkten bester Werfer war. Sein Teamkollege Michal Michalak kam auf 25 Zähler.

„Wir müssen vor allem defensiv zulegen und mehr Druck machen, besser kommunizieren“, so Hooker. „Für uns ist jetzt jedes Spiel ein großes Spiel. Wir können jedes Spiel gewinnen und werden immer weiter kämpfen. Jetzt haben wir ein bisschen Pause, können regenerieren und dann frisch in die letzten Spiele gehen.“ (mz/Daniel George)