Wettanbieter leidet unter Corona-Krise

Wettanbieter Sunmaker: HFC-Hauptsponsor hat Beitrag schon bezahlt

Halle (Saale) - Fußball wird aktuell nicht gespielt. Eine der vielen Folgen: Der Wettmarkt im Internet ist derzeit zusammengebrochen. Keine Spiele, keine Wetten, kein Umsatz, kein Gewinn. Online-Anbietern wie den nationalen Branchenführern Tipico und b-win fehlen Millioneneinnahmen. Und auch Sunmaker, den Brustsponsor des Halleschen FC, trifft es derzeit hart. So muss es vermutet werden. Wie es aktuell um diese Firmen steht, dazu gibt es keine präzisen ...

Von Christoph Karpe
Seit Anfang der Saison ist der Wettanbieter Sunmaker Trikotsponsor beim Halleschen FC.
Seit Anfang der Saison ist der Wettanbieter Sunmaker Trikotsponsor beim Halleschen FC. www.imago-images.de

Fußball wird aktuell nicht gespielt. Eine der vielen Folgen: Der Wettmarkt im Internet ist derzeit zusammengebrochen. Keine Spiele, keine Wetten, kein Umsatz, kein Gewinn. Online-Anbietern wie den nationalen Branchenführern Tipico und b-win fehlen Millioneneinnahmen. Und auch Sunmaker, den Brustsponsor des Halleschen FC, trifft es derzeit hart. So muss es vermutet werden. Wie es aktuell um diese Firmen steht, dazu gibt es keine präzisen Informationen.

Ungeachtet dessen macht sich vor allem in der dritten Fußball-Liga die Sorge breit, dass eine mögliche finanzielle Schieflage von Sunmaker einige Klubs zusätzlich belasten könnte. Gleich sieben Vereine haben die Sonne auf der Brust - 13 in Deutschland insgesamt.

Trikotsponsor Sunmaker hat beim HFC schon gezahlt

Wettanbieter Sunmaker, der 2004 gegründet wurde, seinen Firmensitz auf der Mittelmeerinsel Malta hat und seit 2015 zu einem börsennotierten schwedischen Unternehmen (Cherry AB) gehört, meldet sich dieser Tage auch nicht. Vereine wie etwa der HFC haben keinerlei Nachricht, ob der Partner irgendwelches Geld zurückfordert und schon gar nicht, wie es in der nächsten Saison weitergeht.

Der Vertrag der Rot-Weißen gilt nämlich auch noch für die kommende Spielzeit. Eingefädelt worden war der Deal durch die Sportmarketing-Agentur Infront (1.000 Mitarbeiter in 14 Ländern). Die Unterschrift gab es im Mai 2019. Etwa 350.000 Euro pro Saison ist Sunmaker die Brust der HFC-Profis wert.

Die Firma löste die Stadtwerke Halle (Halplus) als den plakativsten aller Trikotsponsoren ab. Die Verbindung galt als Beweis dafür, dass der HFC nun auchfür überregionale Sponsoren interessant geworden sei. Eine Folge der so bemerkenswerten Saison 2018/19 (Platz vier).

Macht Sunmaker mehr Geld mit seinem Online-Casino?

SC Paderborn (Bundesliga)
Wehen Wiesbaden (2. Liga)
SV Sandhausen (2. Liga)
VfL Osnabrück (2. Liga)
Hallescher FC (3. Liga)
1. FC Magdeburg (3. Liga)
FSV Zwickau (3. Liga)
Hansa Rostock (3. Liga)
CZ Jena (3. Liga)
Würzburger Kickers (3. Liga)
Waldhof Mannheim (3. Liga)
Wuppertaler SV (Regionalliga)

HFC-Präsident Jens Rauschenbach möchte das Thema Sunmaker derzeit nicht zu hoch hängen, weil andere Sorgen gravierender sind. „Nur eines kann ich sagen: Sie haben für diese Saison all ihre Verpflichtungen schon erfüllt.“ Ähnliches ist von der Konkurrenz zu hören. Münsters Finanz-Geschäftsführer Bernd Niewöhner sagte in „Bild“: „Auf was kann derzeit gewettet werden? Nix! Das ist natürlich für Sunmaker ein großes Problem. Aber es gibt keine Rückstände.“

Eines hoffen die Klubs gleichermaßen: Dass das Online-Casino, das Sunmaker zusätzlich als Standbein hat, derzeit kräftig floriert und der Sponsor Wettverluste kompensieren kann. Die größte HFC-Sorge gilt den kleineren regionalen Partnern, die durch die Corona-Krise stark gebeutelt werden. Denen wünscht Rauschenbach mindestens genauso innig, sie mögen wirtschaftlich halbwegs gut über die Runden kommen. (mz)