Remis im Spitzenspiel

Remis im Spitzenspiel: Sohms Ausgleich bringt dem HFC Platz eins

Braunschweig - Ein Punkt für die Tabellenführung: Der Hallesche FC ist nach dem 1:1 im Drittliga-Spitzenspiel bei Eintracht Braunschweig zumindest bis zum Montagabend Spitzenreiter in der Tabelle.

Von Christoph Karpe 28.09.2019, 15:57
Pascal Sohm jubelt nach seinem Tor zum 1:1 für Halle in Braunschweig.
Pascal Sohm jubelt nach seinem Tor zum 1:1 für Halle in Braunschweig. www.imago-images.de

Ein Punkt für die Tabellenführung: Der Hallesche FC ist nach dem 1:1 im Drittliga-Spitzenspiel bei Eintracht Braunschweig zumindest bis zum Montagabend Spitzenreiter in der Tabelle.

Für das spannende Duell Dritter gegen Zweiter – so lautete die Konstellation vor dem Anpfiff - hatte HFC-Coach Torsten Ziegner erstmals nach drei Spielen seine Anfangsformation geändert. Nur marginal. Anstelle von Julian Guttau setzte er hinter der Doppelspitze Terrence Boyd und Pascal Sohm auf Jonas Nietfeld. Er tauschte eine Portion Ungestümheit gegen eine Portion Abgeklärtheit.

Bei Braunschweig fehlte überraschenderweise HFC-Schreck Martin Kobylanski komplett – der fünfmalige Saisontorschütze saß nicht mal auf der Bank. Ein gutes Zeichen?

HFC gerät nach Freistoß in Rückstand

Die ersten Halbchancen gingen an den HFC, der forsch begann. Erst strich ein Freistoß von Patrik Göbel nur knapp über das Eintracht-Tor, dann wurde ein Schuss von Nietfeld (6.) aus etwa zehn Metern geblockt. Und die Gäste blieben am Drücker, das Heimpublikum begann unruhig zu werden, Eintracht-Coach Christian Flüthmann gestikulierte permanent. Alles Zeichen dafür, wer hier dominierte.

Doch an weiteren Chancen für den HFC ließ sich das zunächst nicht festmachen. Nach etwa 20 Minuten wendete sich das Blatt. Nun bekam die Eintracht die optische Oberhoheit, weil sich nun Ungenauigkeiten bei der Spieleröffnung auf Seiten des HFC einschlichen.

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Und im Anschluss an einen Freistoß (26.) kassierte die Ziegner-Elf dann den Gegentreffer: Orhan Ademi stand nach einem Kopfball-Duell goldrichtig und schoss das 1:0 aus etwa sieben Metern. HFC-Keeper Kai Eisele war zwar noch mit der Hand am Ball, konnte das Unheil jedoch nicht verhindern.

Sohm und Drinkuth verpassen den Ausgleich für Halle

Dass der HFC nach Rückständen zurückkommen kann, manchmal sogar postwendend, hatte er in dieser Saison bereits gezeigt. Und in der 36. Minute hatte Sohm nach Flanke von Felix Drinkuth den Ausgleich auf dem Kopf. Der Ball ging allerdings genau auf Torwart Jasmin Fejzic – wie auch der Versuch von Boyd nur eine Minute später. Unmittelbar vor dem Halbzeit-Pfiff ging dann noch ein Drinkuth-Schuss vorbei. So blieb es zur Halbzeit beim Rückstand.

Es musste also unbedingt mindestens ein Tor her, so die HFC-Devise nach dem Wechsel, um auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen zu bleiben. Personell ging Coach Ziegner das Unterfangen mit der Einwechslung von Julian Guttau für Verteidiger Niklas Landgraf an.

Und Guttau war dann gut fünf Minuten nach Wiederanpfiff am 1:1 beteiligt. Er schoss ein Kopfball-Ablage von Boyd aufs Tor, der Ball wurde geblockt – genau vor die Füße von Sohm. Der hämmerte den Ball humorlos in die Maschen. Sein dritter Saisontreffer. Damit war der HFC zwischenzeitlich Tabellenführer. Die nächste HFC-Gelegenheit vor 19.250 Zuschauern hatte Sohm per Kopf (69.) im Anschluss an eine Ecke – knapp vorbei.

Aufregung in der Nachspielzeit: Gelb für Ziegner statt Elfmeter

Und die Roten wollten im Regen, der zur Pause eingesetzt hatte, mehr. Sie hielten Tempo und Druck hoch.  Nach einer knappen Stunde wechselte Braunschweig gleich zwei Spieler. Jetzt galt für beide: offenes Visier. Nach 62 Minuten fiel Boyd im Strafraum – kein Strafstoß, meinte Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann.

Und Torchancen für Braunschweig? Gab es bis auf einen Fernschuss von Nick Proschwitz in Halbzeit zwei nicht, ließ der HFC einfach nicht zu. Wenn hier jemand das zweite Tor verdient gehabt hätte, dann der HFC.

Doch Boyd vergab auf HFC-Seite die Führung (88.). In der Nachspielzeit wurde Guttau dann im Strafraum umgestoßen. Trotz wütender Proteste von der HFC-Bank gab es keinen Strafstoß. Und so blieb es beim für Braunschweig schmeichelhaften Remis. Und Torsten Ziegner kassierte nach Abpfiff noch Gelb, weil er immer noch protestierte. (mz)

Statistik: Eintracht Braunschweig - Hallescher FC 1:1 (1:0)

Braunschweig: Fejzic - Becker, Nkansah (60. Pfitzner), Ziegele - Kessel, Otto (60. Bär), Wiebe, Kammerbauer, Kijewski - Ademi (81. Feigenspan), Proschwitz
HFC: Eisele - Göbel, Mai, Vollert, Landgraf (46. Guttau) - Jopek - Bahn (81. Hansch), Drinkuth (86. Galle) - Nietfeld - Sohm, Boyd
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Zuschauer: 19.250
Tore: 1:0 Ademi (27.), 1:1 Sohm (52.)
Gelbe Karten: Becker (3) / Drinkuth (1), Jopek (2), Sohm (2)