HFC plant neu

Ralf Heskamp als Sportchef vor dem Aus

Von Christoph Karpe
Ralf Heskamp steht noch bis Dezember 2022 beim Halleschen FC unter Vertrag. (Foto: imago/Christian Schroedter)

Halle (Saale) - Ralf Heskamp wird die Spekulationen, die da via „Bild“ aus Dresden nach Halle einflogen, genau registriert haben. Angeblich wird er als Sportchef des Fußball-Drittligisten Hallescher FC zu Saisonende abgelöst - oder ins zweite Glied versetzt, falls er seinen Vertrag bis Dezember 2022 irgendwie erfüllen möchte.

Doch die Personalie, die da hinter seinem Rücken im Verein diskutiert wird, spricht für einen Abschied des Osnabrückers von den Rot-Weißen, wo er sowieso in der Kritik steht.

Angeblich hat sich nämlich die Führung des HFC mit Ralf Minge getroffen, um ihn als Sportchef zu holen. Ein klangvoller Name im Osten. Der ehemalige Profi kickte zwischen 1980 und 1991 für Dynamo Dresden (261 Spiele, 118 Tore). Von 2006 und 2009 war der 36-malige DDR-Nationalspieler Geschäftsführer und Aufsichtsratsmitglied bei Dynamo und dann von Februar 2014 bis Juni 2020 Sport-Geschäftsführer.

Ralf Minge als Sportchef? HFC schaltet auf „kontrollierte Offensive“ um

Minge stieg auf, stieg ab, ließ ein tolles Nachwuchsleistungszentrum bauen, schien zuletzt vom Glück verlassen - etwa bei seiner Trainerwahl von Cristian Fiél - und wirkte ausgebrannt. Dann war der jetzt 60-Jährige ein Jahr von der Bildfläche verschwunden.

In Halle erinnerte man sich seiner. Es wurde Kontakt aufgenommen, um von außen einen Blick auf den HFC zu bekommen. Und es reifte die Idee, womöglich könne Minge dem Verein, der nun zwei Jahre gegen den Abstieg kämpfte, zu einem Aufwärtstrend verhelfen.

Ralf Heskamp beim HFC offenbar außen vor

Auf jeden Fall haben sie in Halle beschlossen, nach einem „Übergangsjahr“ auf „kontrollierte Offensive“ zu schalten. Heskamp, der bei der Kaderzusammenstellung nicht glücklich agierte und sich in Halle nie in den Aufbau das NLZ eingebunden hat, scheint da nicht mehr so recht geeignet.

Natürlich wiegelt man beim HFC ab. „Alle Konzentration gilt aktuell ausschließlich dem Saisonendspurt und dem Klassenerhalt. Erst wenn der Ligaverbleib gesichert ist, können die Planungen vorangetrieben werden. Es gilt, dass sich der Verein an öffentlichen oder medialen Personalspekulationen nicht beteiligt“, ließ Präsident Jens Rauschenbach via Mitteilung wissen.

Mit einem Sieg am Dienstagabend gegen Türkgücü München (Anstoß 19 Uhr) und bei Patzern der Teams auf den Abstiegsrängen am Folgetag könnte der HFC in dieser Woche gesichert sein. (mz)