HFC verliert Tabellenführung

HFC verliert Tabellenführung: 2:2 gegen Münster sorgt für reichlich Diskussionen

Halle (Saale) - Die Tabellenführung für den Halleschen FC in der dritten Fußball-Liga ist erst einmal futsch: Mit einem 2:2 (0:0)-Unentschieden gegen Preußen Münster hat der Hallesche FC am Samstag seine Spitzenposition verloren. Vor 9021 Zuschauern drehten Pascal Sohm und Bentley Baxter Bahn einen 0:1-Rückstand durch Heinz Mörschel. In der Schlussphase wurde es nach einem Tor von Joel Grodowski ...

Von Christoph Lesk 21.09.2019, 16:05
Pascal Sohm (HFC) bei der Ballannahme.
Pascal Sohm (HFC) bei der Ballannahme. Holger John / VIADATA Photo

Die Tabellenführung für den Halleschen FC in der dritten Fußball-Liga ist erst einmal futsch: Mit einem 2:2 (0:0)-Unentschieden gegen Preußen Münster hat der Hallesche FC am Samstag seine Spitzenposition verloren. Vor 9021 Zuschauern drehten Pascal Sohm und Bentley Baxter Bahn einen 0:1-Rückstand durch Heinz Mörschel. In der Schlussphase wurde es nach einem Tor von Joel Grodowski dramatisch.

Erstmals in der Drittliga-Geschichte ging der HFC nach zuletzt drei Siegen in Serie als alleiniger Tabellenführer in eine Partie. Der Gegner, bei dem Ex-HFC-Keeper Oliver Schnitzler auf der Bank saß, holte aus den vergangenen vier Partien in der 3. Liga lediglich einen Punkt, und lag mit acht Punkten auf dem 16. Platz. Zum vierten Mal in Folge vertraute HFC-Trainer Torsten Ziegner in der Liga derselben Startelf. Gründe, etwas zu ändern, gab es zuletzt ja auch keine.

Verletzter HFC-Profi Tobias Schilk im Stadion

Unter den Augen von Zwickaus Sportdirektor Toni Wachsmuth – dem nächsten Heimspielgegner des HFC – und dem verletzten Abwehrspieler Tobias Schilk war der HFC von Beginn an tonangebend, Münster setzte wie erwartet auf eine kompakte Defensive. Dennoch fand die Hausherren nach drei Minuten die erste Lücke, ein Abschluss von Felix Drinkuth war jedoch zu zentral und kein Problem für SCP-Schlussmann Schulze Niehues.

Danach trauten sich die Westfalen jedoch etwas aus ihrer Deckung, eine Torchance sprang dabei jedoch nicht heraus. In der Folge entwickelte sich eine sehr umkämpfte Partie – nach 14 Minuten gab es bereits zwei gelbe Karten. Gefährlich wurde es nach 14 Minuten, als ein Freistoß von Björn Jopek an Freund und Feind vorbeisegelte und letztlich am Außenpfosten landete – Glück für die Gäste.

Glück hatte auch Münsters Rodrigues Pires, als er nach 16 Minuten – es war ein Foul an Bentley Baxter Bahn vorausgegangen – nicht schon mit gelb-rot vom Platz flog. Münsters Trainer Sven Hübscher reagierte und brachte für seine Nummer 10 Luca Schnellbacher in die Partie (24.).

HFC findet in Halbzeit eins keine Lücke in Münsters Abwehr

Es war ein notgedrungener Wechsel in einer Phase, in der dem HFC im Offensivspieler recht wenig einfiel um die weiterhin kompakte Defensive des Herausforderers zu überwinden. Zu ungenau agierte die Ziegner-Elf in den entscheidenden Momenten. Auch nach 30 Minuten fehlte erneut die Präzision, als Sebastian Mai nach einer Flanke freistand, aus wenigen Metern jedoch deutlich vorbeiköpfte. Doch es war kein erhoffter Anfang eines Sturmlaufes.

Weiterhin spielte sich viel im Mittelfeld ab, von der gewohnten Qualität in der HFC-Offensive war im ersten Durchgang kaum etwas zu sehen. Münster stand gut und nahm dem Tabellenführer durch körperliche Präsenz und geschicktes Anlaufen auch ein Stück weit den Spaß am Fußballspielen. Der Plan der Gäste ging bis zu diesem Zeitpunkt voll auf. Deshalb ging es nach einer Minute Nachspielzeit mit einem torlosen Remis in die Halbzeitpause.

Pascal Sohm gleicht für Halle aus

Die Ansprache in der Kabine von Torsten Ziegner schien gefruchtet zu haben, bereits nach wenigen Augenblicken hatte der HFC die beste Chance des Spiels, doch Drinkuth verfehlte das Ziel aus 18 Metern (46.). Doch auch die Gäste gingen mit viel Schwung in die zweiten 45 Minuten und prompt in Führung. Niklas Landgraf und Jannes Vollert sahen bei einem Angriff der Gäste nicht gut aus, am Ende musste Mai gegen zwei Spieler verteidigen, hatte aber keine Chance. Frei vor Kai Eisele traf Heinz Mörschel (48.) zum 0:1.

Es erinnerte an das Spiel von vor einer Woche, als der HFC auch in Ingolstadt in Rückstand geriet, die Partie aber noch drehen konnte. Ziegner reagierte auf den Gegentreffer und brachte Jonas Nietfeld für Julian Guttau in die Partie (54.). Der Stürmer übernahm die Rolle im offensiven Mittelfeld, Drinkuth wich auf die linke Außenbahn aus.

Der HFC zeigte sich vom Ergebnis wenig geschockt, ging stattdessen nun etwas zielstrebiger zu Werke. Aber die weiterhin fehlende Genauigkeit bei Zuspielen verhinderte vorerst mehr gute Chancen. Stattdessen kam Münster nach einem Doppelfehler von Mai zu drei guten Abschlüssen, doch Mai und Jopek verhinderten einen erneuten Gegentreffer (62.). Statt des 0:2 gab es im direkten Gegenzug den Ausgleich!

Münsters 2:2 sorgt für reichlich Diskussionen

Eine Flanke von Patrick Göbel wurde von einem Verteidiger über den eigenen Keeper hinweg verlängert, am langen Pfosten stand Pascal Sohm völlig frei und musste den Ball nur noch über die Linie drücken (63.). Das Spiel riss die Zuschauer nun endgültig mit, der HFC lief weiter an, wollte natürlich mehr als dieses Unentschieden. Und Sohm hätte sogar die Führung besorgen können, verpasste aber eine scharfe Göbel-Hereingabe um ein paar Zentimeter (71.).

Es ging nun Schlag auf Schlag, nur vier Minuten später zeigte Schiedsrichter Michael bacher auf den Elfmeterpunkt. Es gab die Chance aus elf Metern für den HFC, nachdem Niklas Heidemann nach einer Göbel-Flanke den Ball mit der Hand spielte. Bahn lief an und verwandelte zur Führung (78.).

Es war eine packende Schlussphase, in der Ziegner mit der Hereinnahme von Jan Washausen für Terrence Boyd mehr Sicherheit ins Spiel bringen wollte (83.). Doch das ging nicht auf, stattdessen erzielte die Gäste den Ausgleich (84.). Landgraf verlor einen Zweikampf, der Ball wenige Sekunden vorher eingewechselte Joel Grodowski schoss den Ball an die Latte, von da sprang der Ball hinter die Linie.

Pikant: da Boyd den Platz noch nicht verlassen hatte, hätte womöglich gar nicht weitergespielt werden dürfen. Das Tor wäre somit irregulär gewesen (Lesen Sie hier eine ausführliche Analyse der Szene). Als die Partie wieder angepfiffen wurde, stand Boyd wieder auf dem Platz, stattdessen fehlte Sohm. Eine undurchsichtige Situation. Es gab übrigens sieben Minuten Nachspielzeit, in der Halle energisch, aber letzutlich erfolglos auf die erneute Führung spielte.

Statistik: Hallescher FC - Preußen Münster 2:2 (0:0)

HFC: Eisele - Göbel, Mai, Vollert, Landgraf - Bahn, Jopek, Guttau (55. Nietfeld) - Drinkuth - Boyd, Sohm (84. Washausen)
Preußen: Schulze Niehues - Schauerte, Kittner, Wagner, Erdogan, Heidemann - Özcan (79. Hoffmann), Brandenburger, Rodrigues Pires (25. Schnellbacher) - Mörschel, Dadashov (84. Grodowski)
Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang)
Zuschauer: 9021
Tore: 0:1 Mörschel (48.), 1:1 Sohm (64.), 2:1 B.B. Bahn (78./Handelfmeter), 2:2 Grodowski (85.)
Gelbe Karten: Bahn (1), Boyd (3), Mai (4) / Rodrigues Pires (3), Mörschel (1), Schnellbacher (3), Brandenburger (2)

(mz)