HFC-Keeper

HFC-Keeper: Das ist dran am RBL-Interesse an Tom Müller

Leipzig/Halle (Saale) - RB Leipzig hat Tom Müller, den jungen Stammkeeper des Halleschen FC beobachten lassen. Aber ist ein Wechsel des 19-Jährigen wirklich ein Thema?

Von Ullrich Kroemer
Tom Müller hat sich beim HFC in der Vordergrund gespielt - was auch RB Leipzig nicht entgangen ist,
Tom Müller hat sich beim HFC in der Vordergrund gespielt - was auch RB Leipzig nicht entgangen ist, imago sportfotodienst

Die Fans des Halleschen FC müssen sich wohl keine Gedanken über einen möglichen Wechsel ihres Torhüters Tom Müller zu RB Leipzig machen.

Wie die MZ erfuhr, hat der große Nachbar den 19 Jahre alten Publikumsliebling zwar beobachten lassen, aber wohl kein Interesse an einer Verpflichtung. Eine Stellungnahme mochte Rasenballsport wie bei allen Transfergerüchten dazu nicht abgeben.

Die Bild-Zeitung hatte berichtet, dass sich RB-Torwartkoordinator Eberhard Trautner (Ex-Keeper des VfB Stuttgart) beim Halleschen FC über Müllers Entwicklung erkundigt hatte. Doch das fällt wohl eher unter routinemäßiges Scouting. Der Bundesliga-Vizemeister sichtet mit etwa einem Dutzend festangestellter Scouts und zahlreichen weiteren Honorarscouts weltweit und systematisch auffällige Talente. 

RB Leipzig: So funktioniert das Scouting-System bei RBL

Grundlage des RB-Scoutings ist eine Datenbank, in der weltweit alle jungen Spieler erfasst werden, die in Profiligen zum Einsatz kommen – auf Haiti ebenso wie in Halle. 

Mittels Onlinescouts, die im Netz nach jungen Spielern mit auffällig vielen Toren, Vorlagen und Einsatzzeiten suchen, sowie einem ausgefeilten Netzwerk aus Spielerbeobachtern, Beratern und anderen Informanten geraten dann geeignete Kicker ins Visier. Wenn genügend Material zusammengetragen und ausgewertet wurde, kommt Sportdirektor Ralf Rangnick ins Spiel, der gemeinsam mit Trainer Ralph Hasenhüttl die Entscheidung trifft, ob ein Spieler auch tatsächlich in den Fokus rückt. Wie Rangnick im Sommer 2017 sagte, existiere vor jeder Transferperiode eine Liste mit 50 bis 60 Namen, von denen dann etwa zehn wirkliche Kandidaten für einen Wechsel werden.

RBL: Kein Bedarf auf der Torwart-Position

HFC-Eigengewächs Müller – die HFC-Verantwortlichen und -Fans werden aufatmen – hat jedoch bei RBL offenbar kein gesteigertes Interesse hervorgerufen. Auch, weil RB Leipzig in Yvon Mvogo (23) und Philipp Köhn (19) zwei junge Ersatztorhüter im Bundesligakader hat.

Mvogo hat mit seinem Ex-Klub Young Boys Bern bereits internationale Erfahrung in der Europa League gesammelt und für RB ein Bundesligaspiel absolviert. Köhn gilt als einer der talentiertesten Torhüter seines Jahrgangs, hat jedoch bislang keine Spielpraxis im Männerbereich sammeln können.

Da ist Tom Müller bereits einen Schritt weiter. Dass Müller das Interesse weiterer Klubs hervorrufen wird, ist programmiert. (mz)