FCM feiert Derbysieg

FCM feiert Derbysieg: Ex-Hallenser Bertram schießt den HFC von der Spitze

Magdeburg - Tabellenführung und Derby verloren: Der Hallesche FC unterlag am Samstag im Drittliga-Spiel beim 1. FC Magdeburg nach einer enttäuschenden Leistung mit 0:1 und hat somit den Spitzenplatz in der Tabelle verloren. Das Tor des Tages erzielte vor 17.449 Zuschauern der ehemalige Hallenser Sören Bertram. Der FCM liegt somit nur noch fünf Punkte hinter ...

Von Christoph Lesk 02.11.2019, 15:59
Magdeburgs Sören Bertram beim Torjubel.
Magdeburgs Sören Bertram beim Torjubel. www.imago-images.de

Tabellenführung und Derby verloren: Der Hallesche FC unterlag am Samstag im Drittliga-Spiel beim 1. FC Magdeburg nach einer enttäuschenden Leistung mit 0:1 und hat somit den Spitzenplatz in der Tabelle verloren. Das Tor des Tages erzielte vor 17.449 Zuschauern der ehemalige Hallenser Sören Bertram. Der FCM liegt somit nur noch fünf Punkte hinter Halle.

HFC-Trainer Torsten Ziegner nahm im Vergleich zum 3:3 am vergangenen Samstag beim Heimspiel gegen den SV Meppen drei Änderungen in der Startelf vor: für den verletzten Pascal Sohm (Wadenverhärtung) spielte Toni Lindenhahn im offensiven Mittelfeld.

Zudem rückten Kapitän Jan Washausen und Niklas Kastenhofer in die Innenverteidigung. Dafür saßen Antonios Papadopoulos und Jannes Vollert nur auf der Bank. Somit ging der HFC mit drei gebürtigen Hallensern in das Derby beim 1. FC Magdeburg. Bei den Blau-Weißen hingegen vertraute Coach Stefan Krämer der Elf vom 1:1 bei Viktoria Köln am vergangenen Wochenende. 

Stimmungsvolle Kulisse trotz Boykott der Ultras

Auch wenn das Duell im Zeichen des Boykotts der Magdeburger Ultras stand, war die Atmosphäre stimmgewaltig, beide Fanlager zeigten sich schon weit vor dem Anpfiff, dass man nicht allzu viel voneinander hält. Dennoch war das Fehlen hunderter FCM-Fans deutlich zu spüren. Die Frage war, inwiefern es die Leistung der Mannschaften auf dem Platz beeinflussen würde.  

Halle, in weiß gekleidet, hatte mehr vom Spiel, kam zu Beginn einer intensiven Partie durch Julian Guttau zu ersten guten Chance. Doch das Eigengewächs ließ sich etwas abdrängen und verfehlte das Ziel aus 16 Metern (10.).

Auch der FCM wurde eine Minute später erstmals gefährlich, einen langen Ball auf Ex-Hallenser Sören Bertram konnte Kai Eisele jedoch rechtzeitig abfangen - auf eine Abtastphase verzichteten beide Mannschaften. Stattdessen hätte der HFC nach 16 Minuten in Führung gehen können. Nach einer Flanke von Niklas Landgraf kam Jonas Nietfeld mit dem Kopf an den Ball, FCM-Keeper Morten Behrens konnte den Abschluss aus wenigen Metern jedoch stark parieren.

HFC vor der Pause mit den besseren Chancen

Es ging in dieser Phase hin und her, der FCM kombinierte sich in den Strafraum der Gäste, ein Pass von Tarek Chahed fand jedoch keinen Abnehmer (19.). Die Hausherren hatten sich mittlerweile in die Partie gekämpft und hatte mehr vom Spiel. In den Zweikämpfen agierte die Ziegner-Elf teilweise zu zaghaft und hatte Glück, dass Magdeburg die Angriffe zu kompliziert ausspielte oder immer ein Bein eines Gästespielers im Weg war.

Ein offensives Lebenszeichen setzte der HFC nach 27 Minuten durch einen Guttau-Schuss, der jedoch abgefälscht und somit keine Gefahr für Behrens war. Anders war es nach 33 Minuten. Björn Jopek chippte einen Freistoß in den Strafraum, Baxter Bahn kam mit dem Kopf an die Hereingabe. Sein Abschluss wurde zur Ecke geklärt, die jedoch nichts einbrachte.

Auch gegen Ende des ersten Durchgangs blieb die HFC-Offensive vieles schuldig. Gleiches galt für die Angriffsbemühungen der Hausherren – bis zur 43. Minute. Bertram – wie hätte es anders sein sollen - kam 20 Meter vor dem Tor an den Ball, hatte keine Lust mehr auf das erfolglose Klein-Klein-Gespiele und zog einfach mal ab. Der Ball landete unhaltbar für Eisele im langen Eck zur 1:0-Führung für den FCM. Der HFC musste aufwachen, denn nach einer starken Anfangsphase baute die Mannschaft immer mehr ab. Der Rivale hingegen hatte das Spiel im Griff, ohne jedoch zu glänzen.

Tabellenführer HFC enttäuscht im zweiten Abschnitt

In der Pause stellte Ziegner um, beförderte Lindenhahn auf die rechte Außenbahn, Bahn rückte stattdessen ins offensive Mittelfeld. Früchte trug es jedoch keine, Halle agierte weiter planlos, fabrizierte zu viele Fehlpässe und brachte sich immer wieder ohne Not in Bedrängnis. Es war ein schwacher Auftritt des Tabellenführers.

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Stattdessen war Magdeburg weiter am Drücker und traf durch Chahed den Pfosten, der zuvor jedoch im Abseits gestanden haben soll (52.). Auch Bertram war kurz darauf im Pech, als sein Abschluss knapp am Tor vorbeiging (55.). Ziegner reagierte und brachte Felix Drinkuth sowie Jannes Vollert in die Partie. Dafür mussten Washausen und Lindenhahn raus.

Die Gäste waren nun bemüht, das Spiel etwas zu beruhigen uns so zu mehr Kontrolle zu kommen. Jedoch nur mit bedingtem Erfolg. Immerhin kam Landgraf mal zu einem Abschluss, der jedoch kein  Problem darstellte (66.). In der 69. Minute spielte der HFC endlich mal wieder Fußball. Über Boyd kam der Ball zu Nietfeld, der auf Göbel rauslegte. Dessen Flanke landete im Strafraum bei Guttau – und der Ball nur knapp neben Tor.

FCM verpasst mehrfach die Entscheidung

Das galt auch nach einem Kopfball von FCM-Angreifer Christian Beck, der die Kugel nach einer Flanke von Leon Bell Bell nicht zum beruhigenden 2:0 unterbrachte (73.). Halle enttäuschte weiterhin und kam weiterhin zu selten vor das Tor der Hausherren, die immer mehr Räume für Konter hatten, diese aber nicht nutzen konnten.

Erst in den letzten zehn Minuten wurde Halle in den Offensivaktionen zielstrebiger, unpräzise Flanken gepaart mit weiterhin zu vielen Fehlern im Spielaufbau verhinderten jedoch den Ausgleich. So blieb es auch nach vier Minuten Nachspielzeit beim 1:0 für den FCM, das den sechsten Sieg im siebten Drittliga-Derby bedeutet. Der HFC bleibt somit weiter sieglos. (mz)

Statistik: 1. FC Magdeburg - Hallescher FC 1:0 (1:0)

FCM: Behrens - Ernst, Koglin, Müller, Bell Bell - Jacobsen, Gjasula (90. Laprévotte) - Preißinger (70. Rother), Bertram (80. Costly), Chahed - Beck
HFC: Eisele - Kastenhofer, Washausen (59. Vollert), Landgraf - Göbel, Bahn, Jopek, Guttau (80. Papadopoulos) - Lindenhahn (59. Drinkuth) - Nietfeld, Boyd
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 17.449
Tore: 1:0 Bertram (44.)
Gelbe Karten: Bahn (4)