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DFB-Pokal Wie beim Bayern-Coup? Kiel träumt von neuem Pokal-Märchen

Zweitligist Kiel gilt im Viertelfinale als klarer Underdog gegen Titelverteidiger Stuttgart. Die Norddeutschen haben sich in der jüngeren Vergangenheit aber auf Siege gegen Favoriten spezialisiert.

Von Felix Schröder und Christoph Lother, dpa 03.02.2026, 13:03
Kiels Steven Skrzybski freut sich auf Partie gegen Stuttgart: „Dafür ist man dann auch als Kind Fußballer geworden.“ (Archivbild)
Kiels Steven Skrzybski freut sich auf Partie gegen Stuttgart: „Dafür ist man dann auch als Kind Fußballer geworden.“ (Archivbild) Christian Charisius/dpa

Kiel - Es fühlt sich in Kiel wie vor dem Fußball-Wunder gegen den FC Bayern an. Eisige Temperaturen. DFB-Pokal. Und wieder ein übermächtiger Gegner. Im Umfeld des Zweitligisten Holstein Kiel träumen vor der Viertelfinal-Partie gegen den klassenhöheren Champions-League-Kandidaten VfB Stuttgart viele Fans von einem Coup wie am 13. Januar 2021. 

Als Zweitligist retteten sich die Norddeutschen an einem verschneiten Flutlichtabend unter dem damaligen Trainer Ole Werner in der Nachspielzeit in die Verlängerung - und düpierten den damaligen Triplesieger später im spannenden Elfmeterschießen. Fans feierten den Sensationssieg mit einem nächtlichen Autokorso und Hupkonzerten. Gegen eine erneut rauschende Party des zuletzt in der Liga schwächelnden Underdogs dürften nur Pokalsieger Stuttgart und sein Anhang etwas dagegen haben. 

Skrzybski heiß: Dafür ist man als Kind Fußballer geworden

„Wir wissen, dass es ein deutsches Top-Team ist. Wir müssen alles raushauen, um da auch in der Lage zu sein, vielleicht die Sensation zu schaffen. Aber wir sind voller Vorfreude und hoffen, dass wir das erreichen können“, sagte Angreifer und Kapitän Steven Skrzybski vor der Partie am Mittwochabend (20.45 Uhr/ZDF und Sky).

Die Kieler erwartet als Underdog im ausverkauften Holstein-Stadion kein geringerer Kontrahent als der aktuelle Bundesliga-Viertplatzierte und Pokal-Titelverteidiger, der im Finale des vergangenen Jahres Arminia Bielefeld in Berlin besiegt hatte. „Das ist ja das, wofür jeder Fußballer brennt. So ein Spiel. Flutlicht. Pokal. Dafür ist man dann auch als Kind Fußballer geworden und hat darauf hingefiebert“, schwärmte Skrzybski. 

Der gut aufgelegte Gegner, der seit dem Jahreswechsel nur eines von sieben Pflichtspielen verloren hat, ist gewarnt. „Sie kommen mit dieser Underdog-Rolle sehr gut zurecht“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. In dieser Pokalsaison schlugen die Kieler jeweils auswärts die Bundesligisten VfL Wolfsburg (1:0) und dann den Hamburger SV im Elfmeterschießen. Die Partie werde den Stuttgartern „alles abverlangen“, mahnt Hoeneß.

„Besonderes Spiel“

Die Kieler wollen zum ersten Mal nach fast fünf Jahren wieder das Pokalhalbfinale erreichen. Damals war gegen Borussia Dortmund die sagenhafte Reise - inklusive des Sieges gegen Bayern - nach dem 0:5 schmerzhaft beendet. Bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten könnte Hoeneß dagegen die Schwaben ins Pokal-Halbfinale führen. 

In der vergangenen Saison gab es das Duell noch in der Bundesliga: Dabei gab es für Holstein eine Pleite und ein Remis. Dann stieg Kiel nach der Premierensaison in der deutschen Spitzenklasse wieder ab. Seitdem dümpeln die Norddeutschen durch die 2. Liga. Der Tabellen-Elfte verlor am Wochenende gegen den abstiegsbedrohten Letzten Fürth mit 1:2.

Die Partie ist offenbar abgehakt für die Kieler. Keiner müsse sich laut Trainer Marcel Rapp „Sorgen machen, dass die Jungs nicht motiviert sind“. „Wir haben uns geärgert, auch zu Recht, über das Spiel“, sagte Rapp. „Jetzt freuen wir uns auf das Spiel, auf ein besonderes Spiel, auf ein schweres Spiel, aber auch eine große Herausforderung“, fügte der Coach hinzu. „Wenn man ganz ehrlich ist, gibt es nicht viel, was für uns spricht.“

Beide Mannschaften erwarten eisige Kälte im Norden. Der Sprecher warnte vor möglichen winterlichen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich und wies darauf hin, sich warm anzuziehen. 

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß wies auf die Herausforderungen hin. Es werde sicher „sehr kalt und sehr windig“, so Hoeneß. Womöglich sei auch der Platz nicht der beste, meinte der 43-Jährige. Ist das Wetter für Kiel ein Problem? „Das ist mir relativ egal“, sagte Kapitän Skrzybski über die Bedingungen. „Ich freue mich einfach, wenn es losgeht und ich würde mich noch mehr freuen, wenn es erfolgreich ist“, fügte er hinzu.