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Champions League Vinícius trifft und tanzt - Fan fliegt wegen Hitlergruß raus

Eine Woche nach dem Rassismus-Eklat lässt Real-Star Vinícius im Rückspiel gegen Benfica wieder ein Tor und einen Jubel für sich sprechen. Auf den Rängen gibt es den nächsten Aufreger.

Von David Langenbein und Manuel Baraniak, dpa Aktualisiert: 26.02.2026, 09:34
Der Brasilianer Vinicius Junior traf zu Reals 2:1-Sieg gegen Benfica.
Der Brasilianer Vinicius Junior traf zu Reals 2:1-Sieg gegen Benfica. Manu Fernandez/AP/dpa

Madrid - Real-Star Vinícius Júnior gab die Antwort wieder auf dem Platz - und tanzte nach seinem Siegtreffer im Rückspiel nach dem Rassismus-Eklat von Lissabon dieses Mal vor den eigenen Fans. „Vinícius hat das letzte Wort“, titelte die „Marca“ nach der Playoff-Partie in der Champions League. „Der Tanz geht weiter“, schrieb der Offensivmann selbst in den sozialen Medien.

„Das ist ein Sieg für alle, die gegen Rassismus einstehen.“, sagte Mitspieler Aurélien Tchouaméni nach dem 2:1 der Madrilenen im K.-o.-Runden-Spiel gegen Benfica am Mittwochabend. Der Franzose selbst hatte nach dem 0:1-Rückstand den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. „Es gibt Wichtigeres als Fußball, und das ist ein Sieg für uns alle“, betonte der 26-Jährige. Auch wenn der Hitlergruß eines Fans der Spanier für den nächsten Aufreger sorgte.

„Bin froh, dass Vini tanzt“

Alle Augen waren auf den Brasilianer Vinícius Júnior gerichtet, der schon in so vielen Stadien rassistische Beleidigungen ertragen musste. Der Angreifer setzte mal wieder ein deutliches Zeichen, dass er sich nicht entmutigen lassen will. Madrids Torwart Thibaut Courtois sagte: „Ich bin froh, dass Vini tanzt. Denn wenn er tanzt, bedeutet das, dass er ein Tor geschossen hat.“ 

Bei Reals 1:0-Sieg im Hinspiel vor einer Woche bei den Portugiesen hatte der Offensivmann ebenfalls getroffen und vor den Benfica-Fans gejubelt. Gegenspieler Gianluca Prestianni soll ihn dann als „Affen“ beleidigt haben, wie Vinícius Júnior und Mitspieler Kylian Mbappé erklärten. Das Spiel war lange unterbrochen. Es gab hitzige Diskussionen.

Prestianni bestreitet die Vorwürfe. In der Szene hatte er sich das Trikot vor den Mund gezogen. Im Rückspiel war der 20 Jahre alte Argentinier gesperrt. Wenige Stunden vor dem Spiel wies die Europäische Fußball-Union (UEFA) einen Einspruch von Benfica gegen die vorläufige Sperre zurück.

Real-Mitglied fliegt wegen Hitlergruß raus

Nach dem Hinspiel hatte Benfica-Coach José Mourinho, der im Rückspiel auch gesperrt war, wiederum das Verhalten von Vinícius Júnior nach dessen Tor moniert. In einer fast zwölfminütigen Rede hatte sich später auch Bayern Münchens belgischer Trainer Vincent Kompany zu dem Geschehen geäußert und Mourinho kritisiert.

Vor dem Rückspiel im Estadio Santiago Bernabéu zeigten die Madrider Fans ein Banner mit den Worten „no al racismo“ („Nein zu Rassismus“). Bei der Vorstellung und bei Ballberührungen wurde Vinícius von den rund 3.000 mitgereisten Benfica-Anhängern ausgebuht. Am Ende konnte er aber jubeln.

Doch auch am Mittwoch gab es einen Eklat. Real warf ein Mitglied für das Zeigen des Hitlergrußes aus dem Stadion. Gegen den Fan soll nach dem Vorfall nun ein Verfahren zum Ausschluss eröffnet werden, teilten die Madrilenen mit. 

Demnach sei das Mitglied von Fernsehkameras gefilmt worden, wie es die Geste in der Fanzone zeigte. Sicherheitskräfte machten den Fan ausfindig. „Real Madrid verurteilt solche Gesten und Äußerungen, die zu Gewalt und Hass im Sport und in der Gesellschaft aufrufen“, hieß es in der Mitteilung des Clubs.