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Champions League Mit Formtief in hitzige Atmosphäre: Bayer kämpft um Playoffs

Mit wackligem Selbstvertrauen und ohne Stammkeeper reist Leverkusen in der Champions League nach Piräus. Kann die Werkself im brodelnden Karaiskakis-Stadion die Playoffs klarmachen?

Von Jana Glose, dpa Aktualisiert: 19.01.2026, 14:30
Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand will mit seiner Mannschaft in die Playoffs in der Champions League.
Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand will mit seiner Mannschaft in die Playoffs in der Champions League. Uwe Anspach/dpa

Leverkusen/Piräus - Flutlicht, tobende Fans und pure griechische Leidenschaft: Nach dem schwächsten Start in ein Kalenderjahr seit 2004 steht Bayer Leverkusen in hitziger Atmosphäre bei Olympiakos Piräus vor einem entscheidenden Schritt im internationalen Geschäft. Neben zwei Bundesliga-Pleiten muss Bayer auch die Verletzungsausfälle von Stammkeeper Mark Flekken und Offensivmann Nathan Tella verarbeiten.

Beim Champions-League-Gastspiel beim griechischen Meister am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) will die Werkself die Playoffs klarmachen. Doch nicht nur das Personal, auch das Selbstvertrauen ist angeschlagen. Nach einer stabilen Phase unter Kasper Hjulmand nach turbulentem Saisonstart geriet Bayer 04 zuletzt wieder ins Straucheln, verlor vier der letzten sechs Bundesliga-Partien. Das 0:1 in Hoffenheim war bereits die sechste Liga-Pleite – doppelt so viele wie in der gesamten Vorsaison.

Mit einem Sieg Richtung Playoffs 

Rückschläge im Jahr des XXL-Umbruchs waren erwartbar und drücken dennoch auf das Gemüt. „Es ist wichtig, dass wir eine Schippe drauflegen“, sagte Bayer-Geschäftsführer Simon Rolfes vor dem Duell in der Königsklasse. „Wir müssen eine stärkere Präsenz und eine größere Zielstrebigkeit zeigen. Wir müssen wieder eine größere Aggressivität, Feuer, Galligkeit haben und dann werden wir es auch wieder in unsere richtige Richtung drehen.“ 

Zwei Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase der Champions League ist für Bayer 04 rechnerisch noch vieles möglich. Das Erreichen der Top-Acht, die sich direkt fürs Achtelfinale qualifizieren, ist noch drin, aber eher unrealistisch. Gleichzeitig droht bei weiteren Ausrutschern auch das Abrutschen aus den Top 24 und damit das vorzeitige Aus. „Wir spielen auf Sieg, um die Playoffs klarzumachen“, gab Rolfes das Ziel für die Reise nach Griechenland aus. 

Für die Griechen zählt nur ein Sieg

Aktuell liegt der Vizemeister mit neun Punkten auf dem 20. Platz. Letzte Saison brauchte es mindestens 16 Punkte für die direkte Achtelfinal-Qualifikation. Brügge auf dem 24. Platz, der als Letztes noch zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, hatte elf Zähler. Mit seinem Sieg in Piräus könnte die Werkself also aller Voraussicht nach entspannt in den letzten Spieltag der Ligaphase gegen Villarreal vor heimischen Fans gehen. 

Doch für Gegner Olympiakos um Ex-Leverkusener Panagiotis Retsos, der von 2017 bis 2022 31 Spiele für Bayer bestritt, geht es um alles. Mit fünf Punkten liegen die Griechen nur auf Rang 29, ein Sieg ist Pflicht, um die minimale Chance auf das Weiterkommen zu wahren. Der jüngste 1:0-Erfolg bei Kairat Almaty hat dem Team immerhin neuen Mut gegeben. Trainer José Luis Mendilibar setzt auf den Heimvorteil im Karaiskakis-Stadion, das seit Langem als europäische Festung gilt, in der internationale Gegner häufig straucheln.

Hochspannung und heißer Kampf 

Das weiß auch Rolfes. „Es wird eine irre Stimmung sein. Es wird ein heißer Kampf. Es wird viel um Zweikämpfe und Duelle gehen und da müssen wir vorbereitet sein“, betonte der 43-Jährige. „Wenn du in Griechenland spielst, ist es immer eine heiße Atmosphäre.“ Für Bayer wird es darauf ankommen, kühl zu bleiben, als Mannschaft geschlossen zu agieren und das Spiel des Gegners anzunehmen, ohne den eigenen Plan aus den Augen zu verlieren.

Zuversicht für ein Erfolgserlebnis schöpft Rolfes daraus, dass Leverkusen in dieser Saison schon in einer schwierigen Phase Stärke gezeigt hat. „Im September und Oktober hatten wir auch eine Drucksituation in der Saison und haben eine super Reaktion in der Champions League gezeigt“, so Rolfes. Damals besiegte die Werkself auswärts zunächst Benfica Lissabon und drei Wochen überraschend später auch Manchester City.