Großbritannien Man United: Ratcliffe sorgt mit Migrationsthema für Empörung
Manchester Uniteds Mitbesitzer sorgt mit seinen Aussagen über Migration für scharfe Kritik. Der Premierminister fordert eine Entschuldigung - Jim Ratcliffe reagiert mit Verzögerung.

London - Manchester Uniteds Mitbesitzer Jim Ratcliffe hat mit als migrationskritisch verstandenen Aussagen in Großbritannien für Aufsehen gesorgt. In einem Interview des Senders Sky News hatte der 73 Jahre alte Multimilliardär gesagt, das Vereinigte Königreich sei von Migranten „kolonisiert“ worden, am Donnerstag entschuldigte er sich dafür. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Aussage als „beleidigend und falsch“.
Der Forderung von Starmer auf der Platfform X, Ratcliffe „sollte sich entschuldigen“, kam der Vorstandschef des Chemiekonzerns Ineos in einer Stellungnahme nach. Es tue ihm leid, dass seine Wortwahl einige Menschen im Vereinigten Königreich und in Europa vor den Kopf gestoßen und Besorgnis ausgelöst hätten, sagte er Sky News zufolge. Das Thema der „gut gesteuerten Einwanderung“ sei ihm dennoch wichtig.
Der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, teilte mit, Ratcliffes ursprünglich Äußerungen „widersprechen allem“, wofür Manchester traditionell stehe. Es sei ein Ort, „an dem Menschen aller Hautfarben und Glaubensrichtungen über Jahrhunderte hinweg zusammengehalten haben“.
Kritik von Fanclubs
Der Nachrichtenagentur PA zufolge prüft der Fußballverband FA, ob Ratcliffes Aussagen gegen die Statuten verstoßen haben. Deutliche Kritik übten auch verschiedenen Fanorganisationen. „Kommentare aus der Führungsebene des Vereins sollten Inklusion erleichtern und nicht erschweren“, schrieb die Gruppe Manchester United Supporters Trust. Der Manchester United Muslim Supporters Club schrieb auf der Plattform Instagram, Ratcliffe verwende eine Wortwahl, „die häufig in rechtsextremen Narrativen verwendet wird“.
Ratcliffe hatte in dem Interview ausgeführt, es könne keine funktionierende Wirtschaft geben, wenn Millionen Menschen Sozialleistungen bezögen und eine große Zahl von Migranten in das Land komme. Das koste Geld. „Das Vereinigte Königreich ist doch von Einwanderern kolonisiert worden, oder etwa nicht?“, sagte er. Die von Ratcliffe in diesem Zusammenhang genannten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung im Vereinigten Königreich - er sprach von einem starken Anstieg - wurden von mehreren Medien mit Verweis auf offizielle Statistiken widerlegt.