„Freisler-Äußerungen“

Keller-Verhandlung beim DFB-Sportgericht am Freitag

Von dpa
Muss sich vor der Ethikkammer des DFB-Sportgerichts erklären: Noch-DFB-Präsident Fritz Keller.
Muss sich vor der Ethikkammer des DFB-Sportgerichts erklären: Noch-DFB-Präsident Fritz Keller. Patrick Seeger/dpa

Frankfurt/Main - Die Ethikkammer des DFB-Sportgerichts wird am Freitagnachmittag im Verfahren gegen DFB-Präsident Fritz Keller verhandeln.

Geleitet wird die nicht öffentliche Sitzung vom Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. In der Sitzung gehe es um Kellers „Freisler-Äußerungen“ gegen den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch. Die DFB-Ethikkommission hatte den Nazi-Vergleich zuvor beraten und ihr Ergebnis dem Sportgericht zur Entscheidung vorgelegt.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil mahnt indes den DFB nach der Rücktrittsankündigung Kellers zu tiefgreifenden Veränderungen. „Der Verband braucht einen kompletten Neustart in der Verbandskultur. Dazu gehört auch eine gründliche, ehrliche Aufarbeitung dessen, was in den letzten Jahren im DFB alles schief gelaufen ist“, sagte Klingbeil (43) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu brauche es einen transparenten und breiten Prozess „und keine schnelle Personal-Entscheidung, die von oben durchgedrückt wird“.

Aus Sicht von Mahmut Özdemir, SPD-Obmann im Sportausschuss des Bundestages, fehlen momentan noch die Voraussetzungen für einen echten Neuanfang. „Was es jetzt braucht, das ist erst einmal ein Selbstreinigungsprozess“, sagte Özdemir (33) der dpa. Die Funktionäre müssten untereinander offenlegen, welche Verträge mit Sportvereinen oder Unternehmen geschlossen wurden, welche wirtschaftlichen Eigeninteressen es da womöglich gebe, und „welche potenziellen Skandale da noch drohen könnten“. Sollte dies nicht gelingen, müssten Politik und Gesellschaft „diesen Sumpf trockenlegen“.

Am Dienstagabend hatte Keller seine Bereitschaft zum Rücktritt am kommenden Montag - nach Abschluss der Verhandlung am Freitag - erklärt. Seine Widersacher im zerstrittenen Präsidium, Generalsekretär Friedrich Curtius, Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge, ziehen ebenfalls Konsequenzen. Curtius verhandelt über eine Vertragsauflösung, Koch und Osnabrügge werden beim nächsten Bundestag (voraussichtlich 2022) nicht mehr antreten.