Karlsruher SC gegen RB Leipzig

Karlsruher SC gegen RB Leipzig: Sabitzer trifft zum glücklichen Sieg

Karlsruhe/Leipzig - RB Leipzig ist auswärts einfach nicht zu stoppen. Der Aufstiegsfavorit hat sich am Montagabend mit 1:0 (0:0) beim Karlsruher SC durchgesetzt und feiert den sechsten Auswärtssieg dieser Spielzeit. RBL bleibt punktgleich mit Spitzenreiter SC Freiburg auf Rang zwei und hat nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsrang ...

Von Ullrich Kroemer
Matchwinner: Marcel Sabitzer (rechts) zieht ab und erzielt das Tor des Tages.

RB Leipzig ist auswärts einfach nicht zu stoppen. Der Aufstiegsfavorit hat sich am Montagabend mit 1:0 (0:0) beim Karlsruher SC durchgesetzt und feiert den sechsten Auswärtssieg dieser Spielzeit. RBL bleibt punktgleich mit Spitzenreiter SC Freiburg auf Rang zwei und hat nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsrang drei.

Ausgangslage

Da die Verfolger am 16. Spieltag allesamt gepatzt hatten, hatte RB Leipzig beim Karlsruher SC die große Chance, den Vorsprung auf Rang drei weiter auszubauen. In der vergangenen Saison waren die Leipziger nach einem 3:1 daheim mit einem 0:0 in Karlsruhe gut bedient gewesen. In dieser Spielzeit schwächelten die Gastgeber zwar zunächst, fingen sich aber zuletzt und blieben vor der jüngsten Niederlage beim SV Sandhausen sieben Spiele lang ungeschlagen.

Personalien

RBL-Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick setzte wieder auf die siegreiche Startelf der Begegnung bei Arminia Bielefeld. Die Leipziger begannen also wieder mit einer 4-2-3-1-Formation mit Davie Selke als einzige Spitze. Yussuf Poulsen musste zunächst erneut zuschauen und als Einwechsler auf seine Chance warten. Der KSC stellte auf drei Positionen um. Auf die zentrale Zehner-Position rückte der erst 19-jährige Boubacar Barry. Dazu rückten Gulde in der Abwehr und Meffert im defensiven Mittelfeld in die KSC-Startelf.

Fans

15.575 Zuschauer kamen am Montagabend in den Karlsruher Wildpark – nicht gerade großer Fanandrang beim KSC. Im Gegensatz zum letzten Aufeinandertreffen war die Stimmung im Wildpark weniger aggressiv; auch im Vorfeld war alles ruhig geblieben. Unschöne Sprechchöre – zum Teil unter der Gürtellinie gegen Ralf Rangnick gerichtet – gab es dennoch. Dazu zeigten Karlsruher Fans unter anderem ein Banner mit der Aufschrift „RB verdient Prügel”; woraufhin KSC-Anhänger auf eine nachgebildete Dose aus Pappe einschlugen. Aus Leipzig waren etwa 150 Anhänger mit nach Karlsruhe gereist.

Spielverlauf und Analyse

RB Leipzig hatte zunächst Probleme, in die Partie zu finden. Das Gegenpressing der Gäste griff nicht wie gewohnt, und so hatte Karlsruhe anfangs zu viele Räume zum Kombinieren. Die Hausherren tauchten in den ersten 20 Minuten immer mal wieder gefährlich im RB-Strafraum auf. Dabei hatten die Leipziger Glück, dass es keinen Strafstoß gab, als Marvin Compper einen Ball von Youngster Boubacar Barry mit der Hand abwehrte (9.). Kurz darauf foulte Marcel Halstenberg seinen Gegenspieler Manuel Torres an der Strafraumgrenze (14.). Dennis Kempe führte flach aus, doch Coltorti war zur Stelle (15.). Als dann auch noch Dimitris Diamantakos nach einer Hereingabe von der linken Seite Coltorti zur Abwehr zwang, wurde Gäste-Coach Ralf Rangnick an der Seitenlinie laut, um sein Team aufzuwecken.

Mit Erfolg. Nach etwa einer halben Stunde bekam Rasenballsport mehr Ballkontrolle und erspielte sich auch Chancen. Halstenberg hatte die größte Gelegenheit der ersten 45 Minuten, schoss jedoch im Strafraum völlig frei stehend über das Tor (22.). Kapitän Dominik Kaiser probierte es dann ebenso aus der Distanz (33.) wie Lukas Klostermann (39.). Kaisers Schuss strich knapp am linken Pfosten vorbei; gegen Klostermann war KSC-Keeper Dirk Orlishausen zur Stelle. Die Partie wurde nun zunehmend intensiver und rauer. Bereits in der ersten Hälfte zeigte Referee Robert Hartmann vier Gelbe Karten.

So resultierte die erste nennenswerte Szene der zweiten Hälfte auch aus einem Foul. Compper hatte Diamantakos gehalten, der sich dankbar fallen ließ und diesmal von Schiedsrichter Hartmann einen Strafstoß bekommen. Kein zwingender Elfmeter, das Handspiel zu Beginn der Partie war deutlich zwingender. Doch so trat der Grieche Diamantakos an – und schoss den Ball weder scharf noch platziert unten rechts in die Arme von Coltorti, der auf die richtige Ecke spekuliert hatte (57.).

RB Leipzig brauchte einige Minuten, um sich von dem Schreck zu erholen, bekam aber erneut nach etwa 20 Minuten in Hälfte zwei mehr Zugriff, was sich auch in Torgelegenheiten auswirkte. Zunächst prüfte Halstenberg Orlishausen mit einem Knaller von Halblinks (68.). Danach gelang Marcel Sabitzer das Tor des Tages. Ein bereits abgewehrter Freistoß landete vor den Füßen des österreichischen Nationalspielers, der aus 17 Metern abzog. Manuel Torres fälschte den Schuss unhaltbar für Orlishausen zum 1:0 ab (69.). RB verteidigte den Vorsprung nun clever. Dennoch hatte der KSC in der Nachspielzeit noch die große Möglichkeit zum Ausgleich. Doch Erwin Hoffer verzog mittig vor dem Tor und schoss über den Kasten (90.+1).

Ausblick

Am 17. Spieltag bekommt es RB Leipzig zu Hause mit dem Tabellen-Schlusslicht MSV Duisburg zu tun (Sonntag, 13.30 Uhr). Der KSC muss am Samstag auswärts bei Arminia Bielefeld ran (Samstag, 13 Uhr).

Karlsruher SC - RB Leipzig 0:1 (0:0)

Karlsruher SC: Orlishausen (C) – Valentini, Stoll, Gulde, Kempe – Krebs (81. Sallahi), Meffert – Torres, Barry (88. Manzon), Yamada (72. Hoffer) – Diamantakos
RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Demme (90. +2 Nukan), Ilsanker – Kaiser (C) Sabitzer, Forsberg (63. Poulsen) – Selke (88. Khedira)
Tor: 0:1 Sabitzer (69.)
Eckstöße: 7:7, Chancenverhältnis: 3:2
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen), Gelbe Karten: Torres (1), Hoffer (2), Stoll (2) | Halstenberg (2), Ilsanker (6), Kaiser (5), Compper (1)
Zuschauer: 15.575 im Wildparkstadion | Karlsruhe
Besondere Vorkomnisse: Coltorti hält Foulelfmeter von Diamantakos (57.)

Der Karlsruher Boubacar Barry (r) und der Leipziger Stefan Ilsanker kämpfen um den Ball.