Blau-Weiß Brachstedt gegen Farnstädt

Blau-Weiß Brachstedt gegen Farnstädt : Daouri zeigt seinen Wert für Brachstedt

Brachstedt - Zeigefinger und Blick gingen beim Verlassen des Fußball-Platzes noch einmal in Richtung jenes Strafraums, in dem in der Landesligapartie zwischen Blau-Weiß Brachstedt und den mit den selben Vereinsfarben versehenen Gästen aus Farnstädt in Hälfte zwei die Emotionen hochkochten: Brachstedts Nabil Daouri gestikulierte kurz nach dem 4:2-Sieg der Gastgeber, während er sich mit seinem Teamkollegen Thomas Brandt ...

Von Nico Grünke 09.05.2016, 07:06

Zeigefinger und Blick gingen beim Verlassen des Fußball-Platzes noch einmal in Richtung jenes Strafraums, in dem in der Landesligapartie zwischen Blau-Weiß Brachstedt und den mit den selben Vereinsfarben versehenen Gästen aus Farnstädt in Hälfte zwei die Emotionen hochkochten: Brachstedts Nabil Daouri gestikulierte kurz nach dem 4:2-Sieg der Gastgeber, während er sich mit seinem Teamkollegen Thomas Brandt unterhielt.

Eine Fehlentscheidung

Der war einer der Hauptakteure bei der emotionsgeladenen Szene, die die ungewöhnliche Partie entscheiden sollte: In der 68. Minute war Brachstedts Offensivspieler nach einem Tempogegenstoß in den Strafraum der Gäste eingedrungen, kam nach einem Kontakt mit einem Farnstädter Verteidiger zu Fall, woraufhin der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt zeigte. Für Farnstädts Torhüter, Robert Höllriegel, eine Fehlentscheidung, was er lautstark bekannt gab - und daraufhin Gelb sah.

Kaum Zugriff im Mittelfeld

Brachstedts Manoel Arnhold jubelte hingegen über das 4:2, das er per Strafstoß erzielen konnte. Dabei hatte es aus Sicht der Gastgeber zunächst gar nicht gut ausgesehen. Die nach sechs sieglosen Spielen von Abstiegssorgen geplagten Farnstädter legten erstaunlicherweise furios los. Brachstedt bekam im Mittelfeld kaum Zugriff. Die Gäste wirkten wacher und waren fast immer einen Schritt schneller. Das Führungstor durch Stürmer Christian Heditzsch war in der fünften Minute durchaus verdient. Ebenso das 2:0 für die Gäste, das Christian Haufe in Minute 28 vom Elfmeterpunkt besorgte.

Eine Einheit

„Wir verlieren hier jeden zweiten Ball“, hatte sich Stürmer Daouri nach knapp einer halben Stunde zurecht bei seinen Teamkollegen lautstark beklagt. Dass der Tabellenfünfte das Spiel dann tatsächlich noch drehen konnte, hat auch mit dem mittlerweile 33-Jährigen zu tun, der vor 13 Jahren aus Marokko nach Deutschland kam und in seinem Geburtsland einst im U-21-Nationalteam kickte. Daouri erzwang gewissermaßen den Anschlusstreffer, indem er nach starker Einzelleistung im Strafraum der Farnstädter einen Handelfmeter herausholte. Manoel Arnhold verwandelte in der 32. Minute souverän. Nur acht Minuten später sorgte der 33-Jährige selbst für den Ausgleich, der gleichzeitig auch Pausenstand war. Und in der 51. Minute bereitete Daouri mit einem klugen Pass die 3:2-Führung der Gastgeber vor. Brandt vollendete den Angriff gekonnt. An drei Toren seiner Mannschaft war Daouri also letztlich beteiligt. Ganz bescheiden lobte er lieber den Teamgeist. „Es läuft gut bei uns, weil wir als Mannschaft eine Einheit sind“.

Ein schwerer Start

Andere Mannschaften wären nach einer derart schwachen Anfangsphase nicht mehr zurückgekommen. Doch Brachstedt hat derzeit die Qualität und eben einen Nabil Daouri. Eine Englische Woche mit drei Spielen in acht Tagen und drei Siegen hat die Mannschaft hinter sich. Zunächst wurde Thalheim besiegt, am Männertag dann Zeitz - jeweils mit 1:0 - und am Samstag eben die Farnstädter. „Die vielen Punktspiele innerhalb weniger Tage haben sich jetzt aber schon bemerkbar gemacht. Ich glaube, das erklärt auch etwas unseren schweren Start heute“, schätzte Daouri ein, der Sport und Wirtschaft studiert hat und einen Beruf im sozialen Bereich anstrebt.

Um den Elfmeter ging es nicht

Aber insgesamt läuft es prima. Brachstedts Ziel war der Klassenerhalt. „Auf den Aufstieg haben wir zu keinem Zeitpunkt geschaut“, sagt Daouri. Und was hatte der 33-Jährige beim Blick auf den gegnerischen Strafraum nach der Partie gesagt? „Um den Elfer ging es da nicht.“ Dass die großen Lücken in der Abwehrkette der Farnstädter noch besser genutzt werden könnten, hatte der Mann des Tages lediglich bemerkt. (mz)