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Geisterspiele weiter möglich 2G und Beschränkungen: Was die Bundesregierung für Fußball-Spiele beschlossen hat

Aktualisiert: 02.12.2021, 21:40
Die Fußballstadien bleiben wegen der Corona-Lage in Deutschland vorerst mindestens halbleer.
Die Fußballstadien bleiben wegen der Corona-Lage in Deutschland vorerst mindestens halbleer. (Foto: imago images/Matthias Koch)

Berlin/dpa/sid/MZ - Zu Fußballspielen sind wegen der erneut bedrohlichen Corona-Lage vorerst nur noch höchstens 15.000 Zuschauer zugelassen. Bundesregierung und Länderchefs einigten sich am Donnerstag darauf, dass in den Stadien maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden darf.

Beim Halleschen FC im Leuna-Chemie-Stadion wären das rund 7500 Zuschauer, beim 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena etwa 14.000.

In Sporthallen dürfen es höchstens 5000 Zuschauer sein. Es gilt eine Maskenpflicht und die 2G-Regel, nach der nur Geimpfte und Genesene Einlass erhalten. Möglich ist, dass zudem noch ein aktueller Coronatest nachgewiesen werden muss.

Bayern kündigt Geisterspiele an

Geisterspiele oder sogar Absagen solle es in Bundesländern mit besonders hohen Infektionsgeschehen geben, hieß es. Was unter anderem Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen voraussichtlich umsetzen werden.

„Wir halten Geisterspiele für sinnvoll und werden das auch morgen im bayerischen Kabinett umsetzen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): „Ich finde es schade und auch schlecht, dass wir uns nicht einigen konnten, dass einige Bundesländer Zuschauer erlauben wollen.“

Betroffen von der Entscheidung von Bund und Ländern ist auch schon der Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstag. Der BVB hatte schon vorab alle 67.000 verkauften Tickets für die Partie storniert, am Freitag beginnt der Vorverkauf für nun 15-000 Eintrittskarten neu. Zugelassen sind nur Sitzplätze. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mahnte am Donnerstag die Politik zu Entscheidungen mit Maß und Mitte. Der Fußball sei kein Treiber des Infektionsgeschehens, versicherte Watzke.

Bundesliga will „weiterhin alle Impfbemühungen unterstützen“

FL-Chef Seifert beteuerte, die Liga sei sich der schwierigen Corona-Lage bewusst. „Die DFL hofft, dass mit diesem Beschluss von Bund und Ländern die Grundlage für eine zügige Verbesserung der pandemischen Lage gelegt ist“, sagte Seifert. Die Liga werde „weiterhin alle Impfbemühungen unterstützen“.

Für heftige Debatten hatte vor allem die Zulassung von 50 000 Zuschauern beim Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag gesorgt. Diese Bilder hätten viele Bürger auch angesichts einer „ganz dramatischen Situation auf den Intensivstationen“ bewegt, sagte Scholz.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb mit Blick auf die zuletzt sprunghaft gestiegenen Inzidenzwerte in Köln bei Twitter: „Es war sicher nicht das Spiel allein. Aber es hat beigetragen. Das Spiel hätte so nie genehmigt werden dürfen.“ Lauterbach forderte sogar eine Obergrenze von 5000 Zuschauern in den Stadien.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) appellierte an die Fußballclubs, im Dialog mit ihren Fans sogar noch eine weitere Reduzierung von Zuschauern freiwillig zu beschließen. „Es ist nicht verboten für einen Fußballverein, so eine Initiative zu ergreifen“, sagte Müller.