Fußball Fußball : Schwierige Trainer-Suche

Mertendorf - Das ist mal souverän! Mit 18 Punkten Vorsprung hat die Kombination Mertendorf/Molau den Meistertitel in der hiesigen Kreisliga-Staffel errungen. Und quasi auf dem Höhepunkt seines Schaffens, also nach dem Aufstieg in die Kreisoberliga, legt Erfolgstrainer Detlef Stenzel sein Amt nieder. „Ich habe schon bei meinem Amtsantritt vor sechs Jahren gesagt, dass ich im Fall der Fälle aufhören werde, also wenn wir irgendwann sonntags spielen müssten“, so Stenzel.
„Sonntag gehört der Familie“
Und im vergangenen Dezember, als dieser Fall immer konkreter zu werden „drohte“, habe er die Vereinsführung informiert, dass dies seine letzte Saison als Me/Mo-Coach sei. „Der Sonntag, an dem im Burgenland-Oberhaus um Punkte gekämpft wird, gehört meiner Familie. Das habe ich ihr versprochen, und daran werde ich mich halten“, erklärt Detlef Stenzel im Gespräch mit unserer Zeitung. Außerdem sei die Belastung in den vergangenen Jahren sehr groß gewesen. Da müsse er auch mal an seine Gesundheit denken, so der verdienstvolle Übungsleiter der Sportvereinigung Mertendorf, die seit einigen Jahren eine Spielgemeinschaft mit dem SV Molau bildet.
Zwar hatte die Mertendorfer Vereinsführung ein halbes Jahr Zeit, einen Nachfolger für Stenzel zu finden. „Doch diese Suche hat sich extrem schwierig gestaltet“, berichtet Stephan Lifzik, der im Vorstand als Sportlicher Leiter für den Männerbereich zuständig ist. „In Mertendorf haben wir bisher immer einen Trainer in den eigenen Reihen gefunden. Aber dieses Mal ist uns das nicht gelungen“, so Lifzik, denn auch der Coach der Me/Mo-Reserve, Manfred Schulz, habe mit den gleichen Argumenten wie Detlef Stenzel abgelehnt. „Und obwohl mich Detlef und unser routinierter Spieler Ralf Kunze, der viele gute Kontakte hat, unterstützt haben, wurde es eine sehr langwierige und nervenaufreibende Nachfolger-Suche“, blickt der Sportliche Leiter zurück.
„Erschwerend kam hinzu, dass bei uns sowohl Trainer als auch Aktive keine finanzielle Gegenleistung erwarten können.“ So habe man auch mit Ronny Scharf vom 1. FC Weißenfels gesprochen, der nun Landesklasse-Aufsteiger Burgwerben übernimmt.
Schließlich ist Lifzik in seinem Bekanntenkreis fündig geworden. Ein ehemaliger Arbeitskollege im Jobcenter Halle - Ralf Kobylka, der zuletzt Germania Schafstädt und dort auch seinen Sohn gecoacht hat - wird Stenzels Nachfolger. „Er ist ein Fußball-Verrückter im positiven Sinne, passt sehr gut in unseren Verein und versteht sich auch mit Detlef super, der ihn sicher zu Beginn noch unterstützen wird“, freut sich Stephan Lifzik.
Verstärkungen erhofft
Kobylka, der erste Trainer von außerhalb in Mertendorf also, freue sich auf die Arbeit mit der jungen Mannschaft, sagte er bei einer ersten Vorstellungsrunde am Rande des letzten Kreisliga-Spiels gegen Löbitz (4:2, wir berichteten). Trainingsstart des Me/Mo-Teams wird am 12. Juli sein. Bislang sind Testspiele gegen den VfL Roßbach und gegen Eintracht Bad Dürrenberg vereinbart worden. Mit Kevin Wagner, der von Grün-Gelb Osterfeld zurückkehrt, steht der erste Neuzugang für die Saison 2018/19 fest. „Wir brauchen aber dringend noch weitere Verstärkungen, wenn wir in der Kreisoberliga bestehen wollen“, sagt SVM-Vorstandsmitglied Lifzik.
Denn schon im abgelaufenen Spieljahr sei der Kader relativ dünn gewesen. „Wir hatten aber Glück, dass wir von größeren Verletzungen sowie Sperren verschont geblieben sind“, so Detlef Stenzel, dessen Schützlinge auch die Fairplay-Wertung der Kreisliga, Staffel 1, gewonnen haben. Aus seinem Meisterteam will der scheidende Trainer niemanden herausheben. „Das wäre ungerecht, wobei man sagen muss, dass wir mit Neuzugang Sebastian Zilse endlich wieder einen gelernten Torwart hatten, der ein großer Rückhalt war und uns so manchen Punkt gerettet hat“, erklärt Stenzel.
Neben Spielern für das Kreisoberliga-Männerteam suchen die Mertendorfer noch Verstärkungen für die Bambini sowie die D-Junioren. Letztgenannte Mannschaft übernimmt übrigens ein gewisser Detlef Stenzel, der dann doch nicht ohne Fußball kann...