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Fußball  Fußball : Hier Fehlstart, dort Torlaune

18.08.2019, 15:53
Mit diesem direkt verwandelten Freistoß zum 3:0, nachdem er zuvor selbst gefoult wurde, sorgt der Herrengosserstedter Benjamin Hackbart (l.) bereits in der ersten Halbzeit gegen Laucha für klare Fronten.
Mit diesem direkt verwandelten Freistoß zum 3:0, nachdem er zuvor selbst gefoult wurde, sorgt der Herrengosserstedter Benjamin Hackbart (l.) bereits in der ersten Halbzeit gegen Laucha für klare Fronten. Behrens

Naumburg - Nach den Lauchaern (bereits am Freitagabend, Tageblatt/MZ berichtete) leisteten sich am Sonnabend auch die höherklassigen Teams aus Naumburg und Freyburg einen Fehlstart in die neue Saison.

LANDESLIGA SÜD: SC Naumburg - Blau-Weiß Brachstedt 1:4 (0:1). „Ärgerlich war, wie dieses Ergebnis zustande gekommen ist, denn es spiegelt den Spielverlauf überhaupt nicht wider. Die Gäste, obwohl sie der Staffelfavorit sind, waren an diesem Tag durchaus schlagbar“, meinte SCN-Trainer Matthias Krause nach der Auftaktniederlage gegen den Vorjahres-Vizemeister. Sein Team habe keine schlechte Leistung gezeigt und genügend Torchancen gehabt. Doch scheiterten zum Beispiel Marcel Müller aus Nahdistanz und Kapitän Jonas Ballin per Seitfallzieher am stark reagierenden Brachstedter Keeper Matthias Guderitz, während Steven Krumbholz nach einer guten Hereingabe von Maximilian Derwel das falsche Bein für den Abschluss wählte.

So zogen die Blau-Weißen durch Mathias Allert (37.) und Roberto Ritter (64.) mit zwei Treffern in Front, ehe Neuzugang Marcel Müller mit einem sehenswerten Distanzschuss verkürzte. Nun warfen die gastgebenden Domstädter auf dem Halleschen Anger - wo ihre Fans mit einem Banner gegen die Zustände im Stadion Saalestraße protestierten (siehe auch Foto) - alles nach vorn und kassierten prompt zwei Kontertore durch David Reza (78.) und Florian Nagel, der in der vierten Minute der Nachspielzeit erfolgreich war. „Wir müssen bei eigenem Rückstand geduldiger werden. Besser wäre es allerdings, wenn wir - wie schon im Pokal gegen Weißenfels - nicht erst in der zweiten Halbzeit so richtig Druck machen und selbst in Führung gehen“, meinte Naumburgs Coach Krause, der am Sonnabend kurzfristig noch auf den privat verhinderten Lucas Sedivy verzichten musste.  

LANDESKLASSE: SV Großgrimma - FC RSK Freyburg 2:0 (0:0). Die Jahnstädter mussten zum Saisonstart gleich auf zahlreiche Akteure verzichten (Max Schirner verletzte sich noch beim Warmmachen), ließen sich diesen Umstand aber in keiner Phase des Spiels anmerken. Im Gegenteil: Sie hatten gleich die erste gute Möglichkeit, aber den Schuss von Jonas Weise (4.) parierte Steffen Meißner stark. Mitte der ersten Halbzeit schloss Christian Lehwald ein wenig zu überhastet ab; aus 30 Metern Entfernung wollte er den zu weit vor seinem Tor postierten SVG-Keeper überlupfen, aber die Kugel landete neben dem Kasten. Großgrimma ging in Führung, als sich Adrian Schneider auf der rechten Seite durchsetzte und dessen Flanke von der Grundlinie Felix Zech (55.) mühelos verwertete. Ab der 65. Minute waren die Gäste nur noch zu zehnt, da Christian Lehwald nach einem Foulspiel auf Höhe der Mittellinie die Rote Karte gesehen hatte. Sie versuchten dennoch alles und drückten auf den Ausgleich. Ein Tor wollte ihnen aber, auch weil Meißner eine gute Leistung zeigte, nicht gelingen. Den Schlusspunkt zum 2:0 setzte Max Weidner in der Nachspielzeit.

ESV Herrengosserstedt - BSC Laucha 4:0 (3:0). In der wegen der Einschulungsfeiern auf Freitagabend vorgezogenen Partie zog Ruslan Ivanchenko (4.) nach einem Ballverlust der Lauchaer auf der rechten Seite auf und davon und ließ bei seinem Führungstreffer BSC-Keeper Robert Reis keine Chance. Die Gäste gingen sofort zum Gegenangriff über, aber Maximilian Handt (8.) scheiterte an ESV-Torwart Ricky Grieser. Nach einem Eckstoß von Benjamin Hackbart köpfte Christian Oberreich (17.) das 2:0, ehe Hackbart einen Freistoß, nachdem er zuvor selbst gefoult worden war (31.), aus 27 Metern zum Pausenstand verwandelte. Es war zu diesem Zeitpunkt ein überraschend klares Ergebnis, wobei sich bei den Gästen bemerkbar machte, dass beinahe die komplette Abwehrreihe fehlte.

Nach dem Seitenwechsel versuchte BSC-Coach Ronny Starch mit einigen Umstellungen, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Steven Walther (54.) schoss den Ball in aussichtsreicher Position über den Kasten der Herrengosserstedter. Vier Minute später schraubte jedoch Ivanchenko das Ergebnis nach einem Konter auf 4:0. Auf der Gegenseite fand auch der eingewechselte Patrick Hoffmann (68.) in Grieser seinen Meister. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Alexander Saal mussten die Lauchaer die letzten 20 Minuten in Unterzahl bestreiten, weil sie bereits dreimal gewechselt hatten. Zwei ESV-Spieler halfen Saal fairerweise vom Platz. Hackbart (73.) traf noch den Pfosten des BSC-Gehäuses, und auch der Lauchaer Lucas Sielaff (83.) hatte im Abschluss kein Glück. Die Gastgeber freuten sich nicht nur über ihren Sieg in diesem Regionalderby, sondern auch mit ihrem Trainer Oliver Janicke, der Vater eines kleinen Noah geworden ist.

Ronny Starch, Coach der Gäste, meinte: „Bei uns haben zwar zwei, drei Leute gefehlt, aber das darf keine Ausrede sein. Wir konnten nicht an die Leistungen der Vorwochen anknüpfen. Herrengosserstedt war viel besser und hat verdient gewonnen.“

KREISOBERLIGA: SC Naumburg II - Großgrimma II 7:1 (4:1). Über 90 Minuten war die SCN-Reserve, einer der Favoriten im Titelkampf, das klar bessere Team. Albert Reinicke - vor der Partie als bester Torschütze der Vorsaison geehrt - legte gleich wieder voll los und traf bereits in der 5. Minute nach einer Ecke von Eric Zander per Kopf. Das 2:0 der Domstädter am gestrigen Sonntagnachmittag auf dem Halleschen Anger erzielte André Weingarten (16.) aus Nahdistanz nach Zuspiel von Reinicke. Sebastian Benndorf (31.) scheiterte dann per Foulelfmeter am stark reagierenden Oliver Pätzolt, war aber im Nachschuss zum 2:1 erfolgreich. Sechs Minuten später landete der Ball nach einer Flanke von Tim Romahn im Gästetor, ehe Reinicke quasi mit dem Pausenpfiff nach Pass von Zander das 4:1 markierte. In der zweiten Halbzeit schraubte Albert Reinicke sein Torkonto auf vier. Für den Endstand sorgte Zander.

Grün-Gelb Osterfeld - Blau-Weiß Bad Kösen 0:0. Im Gegensatz zu den restlichen Partien des Kreisoberliga-Saisonstarts blieb das Duell in der Matzturmstadt torlos. Die Gastgeber konnten über das Ergebnis froh sein. Sie kämpften gegen die favorisierten Kurstädter um jeden Meter und belohnten sich mit einem Punkt. Die Blau-Weißen und ihr Trainer Matthias Große zeigten sich nach dem Spiel enttäuscht. „Wir hatten genug Chancen, diese Begegnung zu gewinnen, standen uns aber oft selbst im Weg“, so Große. Gleich in zwei Aktionen waren die Bad Kösener mit zwei Spielern allein vor dem Tor, wussten diese Chancen aber nicht zu nutzen. Kevin Gerber traf mit einem Freistoß nur die Querlatte, und in der Nachspielzeit verfehlte Oliver Eschrich per Kopf aus Nahdistanz das Ziel.

FC ZWK Nebra - Langendorf/ WFV 7:0 (4:0). Trotz dieses Kantersieges sind die Unstrutstädter nicht erster Tabellenführer der neuen Serie, weil Motor Zeitz (8:0 gegen Reichardtswerben) noch klarer gewann. Richard Fritsche brachte das ZWK-Team nach einem Pass von Lukas Poweleit (11.) in Front. Poweleit scheiterte dann per Kopf, konnte sich aber wenig später auch mit einem Schuss aus spitzem Winkel in die Torschützenliste eintragen. Es sollten noch drei weitere Treffer von ihm folgen: So war er zum zwischenzeitlichen 4:0, nachdem zunächst Lukas Eckardt an der Querlatte gescheitert war (33.), erfolgreich, und dann traf er noch zum 6:0 (80.) und setzte nach einem Solo von Markus Konieczny (85.) den Schlusspunkt. Marvin Christiani (30./65.) gelang zudem ein Doppelpack. Die Gastgeber nahmen in der zweiten Halbzeit den Fuß ein wenig vom Gas, so dass auch ein höheres Ergebnis durchaus möglich gewesen wäre.

SV Mertendorf - Zorbau II/ Lützen 6:0 (1:0). Beide Teams konnten nicht ihre Bestbesetzung aufbieten, aber den Wethautalern stand der „zweite Anzug“ besser als den Gästen. Karsten Chlebnicek (8.), Neuzugang aus Lützen, brachte die Platzherren mit einem Schuss in den Winkel gegen seinen alten Verein früh in Führung. Mit Windunterstützung drehten die Mertendorfer in der zweiten Halbzeit dann richtig auf. Morris Blumtritt (48.), der mit einem Schuss an den Innenpfosten erfolgreich war, Maximilian Kranz (54.) nach einem Pass von Daniel Schmelzer, erneut Chlebnicek (62.) nach feiner Einzelleistung sowie die eingewechselten Manuel Willem (79.) und Julian Könnicke per Kopf (81.) bauten das Ergebnis weiter aus.   (tok/maw/hob)