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Fußball-Burgenlandpokal  Fußball-Burgenlandpokal : Hoffnungsvoll, aber demütig

Von Torsten Kühl und Olaf Wolf 11.09.2020, 13:30
Kann der Nebraer Halbfinal-Torschütze Lukas Poweleit (Mitte), hier mit Kapitän Markus Konieczny (l.) und Hannes Sander, auch im Burgenlandpokal-Endspiel am Sonntag in Zeitz jubeln?
Kann der Nebraer Halbfinal-Torschütze Lukas Poweleit (Mitte), hier mit Kapitän Markus Konieczny (l.) und Hannes Sander, auch im Burgenlandpokal-Endspiel am Sonntag in Zeitz jubeln? Andreas Löffler

Nebra/Zeitz - Nun wird also doch noch ein offizieller Titel in der Fußballsaison 2019/20 vergeben, der nicht auf Wertungen durch die Quotientenregel nach einem Abbruch beruht: Im Zeitzer Thälmannstadion ermitteln am Sonntag der 1. FC Zeitz und der FC ZWK Nebra den Gewinner des Burgenlandpokals.

Die gastgebenden Elsterstädter sind als Landesklasse-Vertreter favorisiert. Dennoch gehen die Kreisoberliga-Kicker von der Unstrut zuversichtlich in das Endspiel. „Die Zeitzer haben als höherklassiges Team natürlich mehr Druck, erst recht vor eigenem Publikum“, sagt ZWK-Trainer Ralf Kretzschmar. „Und weil uns die Mannschaften aus der Landesklasse eigentlich ganz gut liegen, rechnen wir uns schon Chancen aus.“

Mehr Zuschauer als geplant

Kretzschmar kann wieder auf die zuletzt angeschlagenen Hannes Schröder und Tobias Breuer bauen, die rechtzeitig fit geworden sind. Dafür droht Tom Bruder (Außenbänder) auszufallen. Im Tor hat der Nebraer auch wieder Alternativen, weil Andy Horstmanns Sperre abgelaufen ist. Er oder Oliver Trabert werden den Kasten der Unstrutstädter im Endspiel hüten.

Auf Wunsch der beiden Finalgegner hat der Kreisfachverband (KFV) Fußball Burgenland die Anstoßzeit von 16 auf 15 Uhr vorverlegt. „Wen willst du denn auch an einem Sonntag um 16 Uhr noch ins Stadion locken? Ab 15 Uhr spielt auch die Kreisoberliga, und ich denke nicht, dass da jemand zur zweiten Halbzeit extra noch nach Zeitz kommt“, so Ralf Kretzschmar.

Zunächst hatte der KFV lediglich 300 Zuschauer für das Pokalendspiel zugelassen. Beide Vereine sollten je 50 Gästelisten-Tickets für ihre Fans bekommen. Nun aber - weil wohl das Hygienekonzept des gastgebenden 1. FC Zeitz so ausgefeilt ist - dürfen 640 Leute ins Thälmannstadion. „Bei uns hatten sich in der vom KFV vorgegebenen Frist bis Donnerstagmittag 49 Fans gemeldet, die uns vor Ort unterstützen wollen“, berichtet Steffen Fuchs, Präsident des FC ZWK Nebra. Auch Box-Weltmeister Dominic Bösel wolle wahrscheinlich mit nach Zeitz kommen, so Fuchs.

Doppeltorschütze ist dabei

T-Shirts, die vorausschauenderweise bereits mit „Burgenlandpokal-Gewinner 2019/20“ bedruckt sind, haben die Nebraer nicht in Auftrag gegeben. „Und das nicht nur aus Kostengründen, sondern weil wir die Sache zwar hoffnungsvoll, aber trotzdem demütig angehen wollen“, erklärt der Vereinschef. Ein gemeinsames Essen mit der Mannschaft in der Jägerhütte im Hermannseck bei Familie Klukas sei - unabhängig vom Ausgang des Pokalfinals - allerdings schon angedacht.

Im Halbfinale hatte der FC ZWK Nebra mit einem 2:0-Heimsieg durch Tore von Lars Hess und Lukas Poweleit die Landesklasse-Kicker des VfB Nessa ausgeschaltet, während der 1. FC Zeitz 5:2 beim Kreisoberligisten Blau-Weiß Bad Kösen gewann und damit ein Saale-Unstrut-Finale verhinderte. Routinier Kevin Haschke, der sich in der Partie gegen die Kurstädter die Nase brach, wird den Zeitzern im Finale wieder zur Verfügung stehen, berichtet dessen Trainer Matthias Gast. „Der Verband ist ab. Er wird am Sonntag mit einer Maske spielen. Bereits am Donnerstag war er beim Training dabei und hat signalisiert, dass er einsatzbereit ist.“ Haschke hatte - bevor er verletzungsbedingt vom Platz musste - mit zwei Treffern wesentlichen Anteil am Erfolg des 1. FC Zeitz in Bad Kösen gehabt (Tageblatt/MZ berichtete). Fehlen wird den Elsterstädtern gegen Nebra wohl lediglich der langzeitverletzte Florian Markgraf.

FC-Trainer nicht gesperrt

Dass Matthias Gast selbst am Sonntag an der Linie stehen darf, war zunächst gar nicht so klar. Der 31-Jährige hatte vor Wochenfrist in der Landesklasse-Heimpartie gegen die SG Spergau, die sein Team mit 2:3 verlor, für seine außergewöhnliche Konversation eine Sperre von einem Spiel erhalten. „Die gilt aber nur für die Meisterschaft“, sagt Matthias Gast. Und er ergänzt: „Ich möchte nochmals betonen, dass ich nicht unsportlich war. Vielleicht ein wenig zu emotional. Aber das gehört zum Fußball.“

Damit sei dieses Thema für ihn abgehakt, nun zähle erst einmal der Pokal. „Was willst du mehr? Wir spielen zu Hause. Da gibt es nur ein Ziel. Wir wollen gewinnen“, erklärt er mit breiter Brust. „Wir spielen in der höheren Klasse. Zudem hat unsere Mannschaft in der letzten Saison lange um den Aufstieg mitgespielt. Es ist normal, dass man uns die Favoritenrolle aufbürdet“, so der Zeitzer Trainer.

Wegen des Pokalspiels sind die eigentlich für dieses Wochenende angesetzten Meisterschaftspartien der beiden Finalkontrahenten verlegt worden. Der 1. FC Zeitz tritt nun am 19. Dezember in der Landesklasse gegen den SV Großgrimma an, und der FC ZWK Nebraer spielt in der Kreisoberliga gar erst am 14. März 2021 gegen den SV Kretzschau.