Handball-2.Liga

Sorge vor 2G - Warum für den Dessau-Roßlauer HV die 3G-Variante wirtschaftlich sinnvoller ist

Am Sonntag kommt Erstliga-Absteiger Ludwigshafen in die Dessauer Anhalt Arena. Der DRHV setzt bei seinen Heimspielen weiterhin auf die 3G-Regelung. Warum eine Verschärfung dem Verein eher schaden würde.

Von Tobias Grosse 17.09.2021, 10:45
Die Anhalt-Arena wird zu den DRHV-Heimspielen weiterhin nach 3G-Regeln gefüllt werden.
Die Anhalt-Arena wird zu den DRHV-Heimspielen weiterhin nach 3G-Regeln gefüllt werden. Foto: imago/bösener

Dessau/MZ - Das „G“ ist der siebte Buchstabe des lateinischen Alphabets und hat laut einer großen Internet-Enzyklopädie in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 3,01 Prozent. In den vergangenen Tagen und Wochen wird der Wert allerdings um einige Punkte höher gewesen sein, nachdem sich die sogenannten 2G- und 3G-Regeln (geimpft, genesen und geimpft, genesen, getestet) fest im Sprachgebrauch rund um die Coronapandemie integriert haben.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat am Dienstag neue Coronaregeln bekannt gegeben. Veranstalterinnen und Gastronomen haben nun die Möglichkeit, mehr Gäste zuzulassen, wenn sie nur noch vollständig Geimpften und von Covid-19 Genesenen Zutritt gewähren. Der Dessau-Roßlauer HV hat sich jedoch dagegen entschieden und wird in den kommenden beiden Heimspielen in der 2. Handball-Bundesliga - bis zum Ende der neuen Verordnung also - in der Anhalt-Arena weiterhin auf die 3G-Regelung vertrauen. Ganz bewusst, denn Geschäftsführer Sebastian Glock sagt: „Ich glaube, eine allgemeine 2G-Regelung würde einigen Vereinen mehr Schaden als Nutzen zufügen.“

Sebastian Glock
Sebastian Glock
imago images/Hartmut Bösener

Auch dem DRHV. Der darf aktuell mit seinem Betriebs- und Hygienekonzept zu den Heimspielen bis zu 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Arena lassen, sie somit also bis auf 300 Plätze komplett besetzen. Sollte irgendwann mal die 2G-Regelung in Kraft treten, würden es auch nicht mehr werden. Jedoch, befürchtet Glock, würden dann weniger Menschen kommen.

„Ich bin mir sicher, dass wir einen wirtschaftlichen Nachteil haben würden“, meint er und verspricht: „Solange es uns möglich ist, die Spiele mit den 3G-Regelungen durchzuführen, werden wir das tun.“ Denn der Manager des Zweitligisten, der am Sonntagabend Erstliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen zu Gast hat, betont auch: „Ich möchte keine Menschengruppe ausschließen.“ Und: „Über eine mögliche 2G-Regelung habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Beim einzigen höherklassigen Handballverein in Sachsen-Anhalt, dem SC Magdeburg, sieht man das ähnlich. „Unser Konzept wurde erfolgreich beim Saisonauftakt gegen den TVB Stuttgart mit einem sehr disziplinierten Publikum umgesetzt“, sagt Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt. Der Bundesligist darf 5.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Getec-Arena lassen.

„Insofern sehen wir hier aktuell keine Notwendigkeit, das bisherige Prozedere zu verändern“, so Schmedt weiter. Er weiß jedoch auch, wie schnell sich die Regelungen wieder ändern können. „Sollten die Politik beziehungsweise die Behörden in Zukunft zu dem Ergebnis kommen, nur noch das 2G-Modell für unsere Veranstaltungen zuzulassen, werden wir uns dann dieser Thematik stellen“, so der SCM-Manager.