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Gerangel zwischen Funktionären Doping-Opfer-Hilfe: Werner Franke liefert sich Rangelei mit DOH-Vorsitzendem

15.08.2019, 10:52
Michael Lehner (r), Vorsitzender der Doping-Opfer-Hilfe (DOH), verwehrt in einer Rangelei Werner Franke den Zugang zur Pressekonferenz.
Michael Lehner (r), Vorsitzender der Doping-Opfer-Hilfe (DOH), verwehrt in einer Rangelei Werner Franke den Zugang zur Pressekonferenz. dpa

Berlin - Bei der Pressekonferenz der Doping-Opfer-Hilfe (DOH) ist es zu einem Eklat mit einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

Der Anti-Doping-Experte und DOH-Kritiker Werner Franke wollte sich am Donnerstag Zugang zur Pressekonferenz in der Bundesstiftung Aufarbeitung SED-Diktatur verschaffen, der DOH-Vorsitzende Michael Lehner bat dagegen den 79 Jahre alten Molekularbiologen, den Raum zu verlassen. „Sie sind nicht eingeladen. Bitte verlassen Sie den Raum“, sagte der Anwalt zu Franke. Danach kam es dann zu dem Gerangel.

DOH-Kritiker Werner Franke: Antragsteller auf Entschädigung sind „Trittbrettfahrer“

Franke verließ danach den Raum mit der Einladung zu einer von ihm eigens organisierten Runde. „Wer die Wahrheit hören will, muss ins „Maximilians“ kommen“, rief Franke bei seinem Abgang. Das Restaurant befindet sich in einer Entfernung von etwa einhundert Metern Luftlinie zur Bundesstiftung.

Der weltbekannte Doping-Experte Franke gehörte zu den Mitbegründern der DOH. Seit einigen Jahren aber kritisiert Franke die Vorgehensweise des Vereins und bezeichnet Antragsteller auf Entschädigung als „Trittbrettfahrer“. Zudem zweifelt er die Annahme des DOH an, dass Schädigungen von DDR-Dopingopfern auch an deren Kinder vererbt werden können.

Lehner sagte: „Werner Franke ist kein Mitglied, schon gar kein Gründungsmitglied. Er hat nicht das Recht, an dieser Runde teilzunehmen. Es ist schade, dass er nicht mehr erkennt, wie sehr er der Sache des Vereins schadet.“

Der Heidelberger Jurist Lehner, der Franke in früheren Prozessen verteidigt hat, steht der DOH seit Ende 2018 vor. Der Streit schwelt schon seit 2016, und auch seine Vorgängerin Ines Geipel war schon mit Franke aneinandergeraten. Dazu sagte Lehner: „Wenn zwei Alphatiere aufeinandertreffen, dann knallt es auch mal.“

(dpa/sid/mz)