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Boxer vor WM-Kampf Dominic Bösel vor WM-Kampf: Das sind die mögliche Gegner

Von Petra Szag 04.05.2019, 08:44
Boxer Dominic Bösel posiert vor seinem Europameister-Gürtel. Bald soll auch ein WM-Gürtel hinzukommen.
Boxer Dominic Bösel posiert vor seinem Europameister-Gürtel. Bald soll auch ein WM-Gürtel hinzukommen. www.imago-images.de

Halle (Saale) - Ein Russe ist es -  natürlich. Als Dominic Bösel  seine Sparringsphase für den nächsten Kampf einläutete, da übernahm Sergej Grosdov aus St. Petersburg den Part des Gegners.

„Noch steht nicht zu 100 Prozent fest, gegen wen genau es im  nächsten Kampf geht. Es gibt zwar einen heißen Kandidaten und die Gespräche sind auch schon fortgeschritten, aber perfekt ist eben noch nichts“, erklärte der Vater des Profibox-Europameisters, Bernd Bösel, die Zurückhaltung im gesamten Bösel-Lager.

Dominic Bösel vor WM-Fight: Gegner noch offen

Der Freyburger hat sich in der Vergangenheit als Trainer einen Namen gemacht, ist also vom Fach  und deshalb dabei, als SES-Coach Dirk Dzemski mit seinem Sohn  mal wieder  in dem halleschen Gym  für den nächsten Einsatz im bezahlten Sport trainiert. Dass es dann endlich um einen   WM-Gürtel gehen wird,  das scheint aber sicher.

Bevor sich der Halbschwergewichtler  auf die speziellen Eigenheiten des Gegners wie Größe, Reichweite,  Auslage oder besondere Stärken einstellen kann, liegt er mit der russischen Boxschule im Allgemeinen goldrichtig. Aus einer solchen nämlich wird sein nächster Prüfstein auf jeden Fall kommen.

Bei den vier größten Boxverbänden weltweit dominieren in der Klasse bis 79,378 Kilogramm tatsächlich Fighter aus den ehemaligen Sowjetrepubliken.  „Egal, welcher es am Ende wird, das sind alles Hochkaräter“, weiß Trainer Dzemski. „Die sind alle durch eine harte Mühle gegangen. Die Selektion bei denen ist extrem, das spricht schon allein für eine außergewöhnlich hohe Qualität.“  Der Beleg dafür:

WBC (World Boxing Council)

Hier heißt der Champion Olexandr Gvozdyk. Der Ukrainer hatte  im Dezember 2018 Dauerweltmeister  Adonis Stevenson aus Kanada  auf die Intensivstation  geschickt und im März   dann bei seiner ersten Titelverteidigung den Franzosen Douduo Ngumbu geschlagen. In der WBC wird  Bösel letzten Monat an dritter Stelle geführt. Gut möglich, dass er nach seinem jüngsten, noch nicht eingearbeiteten  Sieg  noch weiter nach oben klettert. „Gvozdyk  ist kein Monster“, findet Dzemski. Also zu schlagen?

WBO (Word Boxing Organization)

In diesem Verband herrscht  Sergej Kovalev. Der in Florida lebende Russe  hatte sich im Rematch gegen den Kolumbianer Eleider Alvarez  den Titel zurückgeholt. Allerdings verkündete der 36 Jahre Ex-Soldat anschließend,   an einer Titelvereinigung interessiert zu sein. „Ein Klasseboxer ist das, keine Frage, aber  er ist auch in die Jahre gekommen“,  sagt Dzemski. Auch hier ist Bösel in den Top drei der Verfolger-Rangliste. Und mit der WBO kann sein Promoter Ulf Steinforth spätestens seit den erfolgreichen Robert-Stieglitz-Zeiten bekanntlich besonders gut.

WBA (World Boxing Assoziation)

Hier steht Bösel Ende April auf Position elf. Einige große Namen sind noch vor ihm. Allerdings gibt es Gerüchte, dass der russische Champion Dimitri Bivol seinen Titel niederlegen und ins Supermittelgewicht gehen will. Rückt  Marcus Browne (USA) als erster Verfolger nun nach  oder ist der Titel damit vakant? Dzemski: „Hier gibt es mehrere Optionen.“

IBF (International Boxing Federation)

Auch IBF-Champion Artur Beterbiev denkt über einen Gewichtsklassenwechsel nach. Den knallharten Puncher reizt das Cruisergewicht. Selbst wenn der Russe mit tschetschenischen Wurzeln bleibt, ist ein Duell mit Bösel  unwahrscheinlich. Denn sein Stallgefährte Adam Deines gilt hier als aussichtsreicher Kandidat. Übrigens hat sich mit Enrico Kölling, den Bösel letztes Jahr schlug, schon einmal ein Deutscher an Beterbiev die Zähne ausgebissen.

Und, hat Dominic Bösel einen Wunschgegner? „Mir ist egal, gegen wen ich boxe“, sagt der 29-Jährige, der schon so lange auf seine WM-Chance lauert.  „Die Hauptsache ist, ich kriege den Titelkampf.“

Nach seinem letzten Fight nahtlos weiterzutrainieren, sei ihm nicht schwergefallen. Durch Verletzungspausen und dem Trainerwechsel gäbe es viel zu tun. Bösel sagt aber auch: „Ich habe richtig Bock.“ Im Spätsommer soll sich das alles auszahlen. (mz)