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Bleibt der Center in Weißenfels? Benedikt Turudic ist beim MBC erwachsen geworden

Von Daniel George 27.04.2019, 09:22
Benedikt Turudic (re.) ist beim MBC gereift.
Benedikt Turudic (re.) ist beim MBC gereift. Imago/Bösener

Weissenfels - Als Benedikt Turudic nach Weißenfels wechselte, schwirrten noch Flausen durch seinen Kopf. Mit damals 19 Jahren „habe ich noch gerne mal Süßigkeiten genascht, habe nicht so Wert auf ausreichend Schlaf gelegt“, erinnert sich der Centerspieler des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC). Doch drei Jahre sind mittlerweile vergangenen. Und: „Hier beim MBC“, sagt der 22-Jährige nun, „bin ich vom Halbprofi zum Vollprofi geworden. Hier bin ich erwachsen geworden.“

MBC-Heimspiel gegen Bayreuth

Benedikt Turudic hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Denn: Der Deutsch-Kroate ist von Jahr zu Jahr immer besser geworden. Nicht explosionsartig, sondern Schritt für Schritt. „Er arbeitet in dieser Saison sehr hart an sich“, lobt Cheftrainer Silvano Poropat seinen Center. Deshalb „haben wir in den vergangenen Spielen viel Vertrauen in ihn gesteckt – und er hat es zurückgezahlt.“

Bereits jetzt, fünf Spieltage vor Saisonende, steht Turudic im Schnitt doppelt so lange auf dem Parkett wie noch in der vergangenen Spielzeit: Zwölf Minuten Einsatzzeit verbucht der 2,07-Meter-Mann pro Spiel und sammelt dabei 4,6 Punkte und 2,6 Rebounds – ebenfalls mehr als doppelt so starke Zahlen wie in der Vorsaison. „Er hat sich hier

bei uns zum Bundesligaspieler entwickelt“, sagt MBC-Manager Martin Geissler, der Turudic, der zunächst in Gießen und Zagreb ausgebildet worden war, 2016 aus dem Nachwuchsprogramm von Alba Berlin für seine erste Profi-Station nach Weißenfels lotste.

Trainer Poropat sagt: „Er ist noch jung und muss weiter hart an sich arbeiten. Aber wenn er das macht und niemals aufgibt, dann kann Benedikt ein guter Bundesligaspieler werden.“ Auf dem Weg dahin hilft ihm am besten Spielzeit – und die gewährt der Coach dem jungen Center.

So wird es auch am Sonntag wieder sein, wenn der MBC um 15 Uhr die Gäste aus Bayreuth empfängt. Center Aleksandar Marelja ist schließlich weiterhin verletzt, auch Hans Brase fehlt noch. Und so müssen eben Turudic und der US-Amerikaner James Farr für die Wölfe unter den Körben aufräumen.

Bleibt Benedikt Turudic beim MBC?

Turudic macht das gerne, denn er ist physisch stärker geworden. Er lässt sich nicht mehr herumschubsen von ausgebufften Profis, wiegt mittlerweile 103 Kilogramm und hat schon gegen die ganz Großen der Bundesliga auf dem Parkett gestanden – und dabei manchmal auch das nötige Lehrgeld bezahlt. „Ich musste mir bis jetzt in jedem Jahr das Vertrauen und die Minuten auf dem Parkett durch harte Arbeit verdienen“, sagt der 22-Jährige. „Das ist auch fair. Ich stelle mich gerne Herausforderungen.“

Turudic arbeitet kontinuierlich an sich, schiebt Extraeinheiten, hat seine Ernährung umgestellt. Regelmäßiges Naschen wie damals als Neu-Profi? Kommt nicht mehr in Frage. Überhaupt „habe ich meine Ernährung umgestellt, verzichte zum Beispiel komplett auf Milchprodukte, weil ich gemerkt habe, dass sie mir nicht so gut bekommen“, sagt Turudic. Und: „Ich schlafe viel, weil ich mittlerweile weiß, wie wichtig Regeneration für mich ist.“

Der MBC will möglichst ausgeruht in den Saisonendspurt gehen. Denn es geht um alles. Es geht um den Klassenerhalt. Aktuell hat Weißenfels einen Sieg Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den Bremerhaven belegt. Am letzten Spieltag kommt es in der Stadthalle zum direkten Duell.

MBC will Endspiel gegen Eisbären Bremerhaven vermeiden

Aber: „Dass das ein Endspiel wird“, sagt Benedikt Turudic, „wollen wir auf jeden Fall vermeiden.“ Deshalb „werden wir uns in den nächsten Partien nicht darauf verlassen, dass unsere Konkurrenten im Abstiegskampf verlieren, sondern wollen selbst noch die nötigen Siege einfahren. Wir haben alles in der eigenen Hand.“

Und dann? Wie geht es weiter mit Benedikt Turudic beim Mitteldeutschen Basketball Club? Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. „Wir haben ihm bereits signalisiert, dass wir ihn gerne auch in Zukunft als wichtigen deutschen Spieler bei uns haben wollen“, sagt Manager Geissler. Aber: „Sicherlich hängt es maßgeblich vom Ligaverbleib ab, ob er bleibt oder nicht.“

Doch Turudic könnte sich selbst im Abstiegsfall eine Verlängerung in Weißenfels vorstellen. Denn „wenn ich hier beim MBC die beste Situation sehe, um mich weiterzuentwickeln, dann bleibe ich.“ Doch: „Jetzt“, sagt er, „denken wir alle erstmal nur an unser großes Ziel, den Klassenerhalt.“ (mz)