Einer der besten DDR-FußballerWie FCM-Idol Jürgen Pommerenke seinen 70. Geburtstag feiert

Gegen den Ball tritt er schon lange nicht mehr, doch seinen 1. FC Magdeburg verfolgt er immer noch genau. Jürgen Pommerenke, einer der erfolgreichsten Fußballer der DDR, wird am Sonntag 70 Jahre alt.

21.01.2023, 10:30
Kabinenfeier mit dem 1. FC Magdeburg: Jürgen Pommerenke  nimmt 1974 einen Schluck aus dem Europapokal der Pokalsieger.
Kabinenfeier mit dem 1. FC Magdeburg: Jürgen Pommerenke nimmt 1974 einen Schluck aus dem Europapokal der Pokalsieger. (Foto: imago/Werner Schulze)

Magdeburg/dpa - Dreifacher DDR-Meister, viermaliger Pokalsieger, Europapokalsieger mit dem 1. FC Magdeburg und dazu noch olympisches Bronze sowie einen kompletten Medaillensatz bei den UEFA-Juniorenturnieren: Jürgen Pommerenke ist einer der erfolgreichsten Fußballer, den die DDR hervorgebracht hat. Am 22. Januar wird der frühere Mittelfeldspieler 70 Jahre alt.

Gegen den Ball tritt der aus Wegeleben im Vorharz stammende Pommerenke schon länger nicht mehr. „Gerade habe ich ein paar Probleme mit dem Fuß, da muss ich die Diagnose abwarten“, erzählte der inzwischen im Niederrheinischen heimische Jubilar. „Das im letzten August operierte Knie sollte aber im April oder Mai wieder hergestellt sein.“ Das ist Pommerenke zu wünschen, denn um das Jubiläum des Europapokalsiegs zu feiern, treffen sich die früheren Mitspieler nach wie vor einmal im Jahr.

DDR-Fußballstar Jürgen Pommerenke heute.
DDR-Fußballstar Jürgen Pommerenke heute.
(Foto: Ronny Hartmann/dpa)

Bei Traktor Wegeleben in seinem Heimatort begann Pommerenke mit dem Fußball, wechselte aber schon mit 14 Jahren zum 1. FC Magdeburg. Schon mit 16 stand er erstmals für die Junioren-Nationalmannschaft auf dem Platz, mit der er dreimal am UEFA-Juniorenturnier - dem Vorläufer der heutigen U21-Europameisterschaft - teilnahm. 1970 gelang der Turniersieg, 1969 der zweite und 1971 der dritte Platz.

Jürgen Pommerenke wurde beim 1. FC Magdeburg schnell zum Star

Trainiert wurde der Jungspund im seinerzeit exzellenten FCM-Nachwuchs (die Jugendmannschaften holten insgesamt 17 Meistertitel in drei Altersklassen) unter anderen von Ernst Kümmel. „Der hat einem Freude am Fußball vermittelt. Er war selbst ein technisch guter Spieler und hat darauf auch viel Wert gelegt. Das war schon ein guter Mann“, erinnert sich Pommerenke.

Sein Debüt in der Herrenmannschaft des FCM gab Pommerenke im September 1970, wurde als 19-Jähriger erstmals 1972 Meister und holte im selben Jahr in München Olympia-Bronze. Das Risiko abzuheben bestand aber nicht. „Das war noch eine andere Zeit, die Medienpräsenz war ja nicht vorhanden. Wenn man sieht, womit die jungen Leute heute konfrontiert werden, auch über ihre Berater - das gab es ja damals alles noch nicht.“

Später beschrieb ihn sein Trainer, der in Magdeburg legendäre Heinz Krügel, als „hoch qualifizierten Techniker“ und adelte Pommerenke mit der Einschätzung: „Er war ein Mittelfeldregisseur, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft eine Führungsposition hätte einnehmen können.“

Jürgen Pommerenke: Ex-FCM-Idol lebt heute am Niederrhein

In Magdeburg entwickelte sich Pommerenke zum Stammspieler, hat mit 404 Pflichtspieleinsätzen in Liga, Pokal und Europapokal die fünft meisten der Vereinsgeschichte vorzuweisen. Dank seiner Torgefahr hält er denselben Rang auch in der ewigen Torschützenliste des heutigen Zweitligisten.

1984 zwangen Knieprobleme den damals 31-Jährigen zum frühen Karriere-Ende. Anschließend arbeitete Pommerenke beim 1. FC Magdeburg als Nachwuchstrainer, betreute 1992 und 1993 kurzzeitig die Herrenmannschaft, die nach der Wiedervereinigung bis in die Amateur-Oberliga abgestürzt war. Danach betrieb er eine Fußballschule und betreute regelmäßig ein Fußball-Feriencamp.

Inzwischen hat sich der Mittelfeldregisseur in Rente an den Niederrhein zurückgezogen, der Nähe zur Tochter wegen. Dort wird auch „im engsten Familienkreis“ der Geburtstag gefeiert. Seinen 1. FC Magdeburg verfolgt der Jubilar übrigens weiter aufmerksam, „zumindest die Herrenmannschaft“. Die kämpft in der 2. Bundesliga um den Klassenverbleib. Ein erfolgreicher Ausgang würde sicher nicht nur Jürgen Pommerenke freuen.