„Es sitzt der vierte Trainer auf der Bank“

Jens Härtel vor Wiedersehen mit dem FCM

Fußball-Alltag ist es für Jens Härtel nicht, wenn der 51-Jährige am Samstag (14.00 Uhr/Magentasport, NDR Fernsehen) als Trainer des Drittligisten FC Hansa Rostock den 1. FC Magdeburg im Ostseestadion empfängt. Schließlich hatte Härtel die Bördestädter einst aus der Regionalliga Nordost bis in die 2. Liga geführt, ehe er im November 2018 entlassen wurde. Nun ist der FCM eines der letzten Hindernisse, das es für die zweitplatzierte „Kogge“ zu umschiffen gilt, um selbst nach neun Jahren wieder das Unterhaus zu erreichen.

„Ein normales Spiel ist es nicht, wenn man so lange dort gearbeitet hat“, sagte Härtel, der seit Januar 2019 die Verantwortung an der Rostocker Seitenlinie trägt, am Freitag mit Blick auf das Magdeburg-Spiel. Zwar liege sein Fokus nun klar auf Rostock, aber kurz danach fügte er doch an: „Es ist jetzt das vierte Spiel gegen Magdeburg, und es sitzt der vierte Trainer auf der Bank.“ Das zeige, dass beim Tabellen-15. in der jüngeren Vergangenheit nicht alles rund gelaufen sei.

Trainer Jens Härtel: Disziplin als Schlüssel zum Erfolg

Große Parallelen zwischen der Aufstiegssaison mit dem FCM und der aktuellen Spielzeit mit Hansa sieht der Fußballlehrer nicht. Rostock sei „ein anderer Verein mit einer anderen Geschichte und einer anderen Art, Fußball zu spielen“. Eine Gemeinsamkeit machte Härtel dann aber doch aus. Es brauche eine disziplinierte Mannschaft, um erfolgreich zu sein: „Da sind wir auf einem ähnlichen Weg.“

Der 1. FCM sei ein großer Verein, der zumindest in Liga 3 gehöre, betonte der 51 Jahre alte Coach. Doch darauf wolle er keine Rücksicht nehmen. Das gilt auch für seinen Spieler Björn Rother, der ebenso wie Nils Butzen, Jan Löhmannsröben, Manuel Farrona Pulido, Tobias Schwede und Philip Türpitz einst das FCM-Trikot getragen hatte: „Am Samstag gibt es keine Geschenke“, betonte der defensive Mittelfeldmann, der mit Härtel und Magdeburg den Sprung in Liga 2 geschafft hat. Auf die Vergangenheit an der Elbe angesprochen, sagte der 24-Jährige: „Die größte Parallele zur Magdeburg-Zeit ist, dass wir alle ein gutes Herz haben und die Mannschaft charakterlich perfekt zueinander passt.“

Personell kann Härtel gegen sein Ex-Club bis auf den gelbgesperrten Simon Rhein aus dem Vollen schöpfen: „Ein paar Jungs hatten nach dem Dresden-Spiel kleinere Probleme. Mittlerweile sind aber alle wieder im Training.“ Von einer Favoritenrolle für seine Mecklenburger wollte der 51-Jährige aber nichts wissen: „Magdeburg ist formstark. Wenn man die letzten fünf Spiele betrachtet, treffen die beiden besten Mannschaften aufeinander.“ Noch ein Grund dafür, dass der Samstag kein Fußball-Alltag sein wird. (dpa)