1. FC Magdeburg

Christian Titz reagiert vor Rückkehr zum HSV gereizt auf Fan-Kritik

Von Fabian Wölfling 21.10.2022, 19:25
Christian Titz steckt mit dem 1. FC Magdeburg im Zweitliga-Abstiegskampf.
Christian Titz steckt mit dem 1. FC Magdeburg im Zweitliga-Abstiegskampf. (Foto: IMAGO/Christian Schroedter)

Magdeburg/MZ - Christian Titz sprach offiziell, das war erwartbar, vor allem über die positive Seite der Rückkehr. Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) geht es für den Trainer mit dem 1. FC Magdeburg in den Norden, zum Auswärtsspiel in der zweiten Bundesliga beim Hamburger SV. Dort war der heute 51-Jährige mehrere Jahre im Nachwuchsbereich aktiv und am Ende als Coach auf für die erste Mannschaft zuständig.

„Ich freue mich auf das Spiel“, sagte Titz am Rande einer Trainingseinheit am Vereinsmikrofon. „Es gibt viele Leute, die fragen, ob wir uns treffen können. Ich bin auch froh, dass ich viele Menschen wiedertreffe, die ich aus der damaligen Zeit kenne.“

Christian Titz erlebte schmerzhaften Abschied vom HSV

Neben der Wiedersehensfreude dürften da aber auch andere Emotionen sein. Frust, Wut, vielleicht Sorgen. Auch wenn Titz das, zumindest öffentlich, nicht sagte. Der Abschied aus Hamburg war für ihn überaus schmerzhaft. Im Oktober 2018 war der Fußballlehrer nach einem 0:0 gegen Bochum völlig überraschend entlassen worden. Der HSV stand damals nach zehn Spieltagen auf Platz fünf, sah das Ziel Wiederaufstieg in Gefahr. Bekanntlich spielt der Traditionsverein heute immer noch in der zweiten Liga.

Nach einer Zwischenstation in Essen ist Titz mit Magdeburg wieder im deutschen Unterhaus angekommen. Aber es läuft sportlich nicht. Nach zwölf Spieltagen steht der FCM auf einem Abstiegsplatz. Die Stimmung ist daher mehr als nur gedämpft. Bei einem Fantreffen in dieser Woche musste sich Titz deutliche Kritik der blau-weißen Anhänger anhören.

Die Vorwürfe: Seine Spielidee sei entschlüsselt, der immer gleiche Ballbesitzfußball bleibe gegen die höherklassigen Gegner der zweiten Liga ohne Ertrag. Vorwürfe, die es damals auch in Hamburg gegen den Trainer gab bis es zu den beschriebenen schnellen Konsequenzen für ihn kam.

FCM-Trainer Christian Titz reagiert gereizt auf Kritik

Titz, so ist es im MDR zu sehen, reagierte gereizt. „Meine Mannschaft spielt keinen Stiefel, sondern einen guten, strukturieren Fußball“, konterte Titz etwa. Und er beteuerte, dass er die Spielidee bereits angepasst habe. Etwa eine tiefere Positionierung gewählt oder zwei Sechser aufgestellt habe. „Wenn das nicht wahrgenommen wird, dann ist das nicht unser Verschulden“, so Titz. Der Ertrag, das gestand er ein, sei jedoch zu gering. Der Grund: Die Chancenverwertung sei zu schlecht.

Noch droht Titz aber nicht ein Schicksal wie damals in Hamburg. Auch wenn es beim Ex-Klub erneut keine Punkte geben sollte. Sportchef Otmar Schork sprach ihm beim Fantreffen das Vertrauen aus. Grund für den Fehlstart sei nicht Titz, sondern die Vorbereitung mit vielen Verletzten.