Augenheilkunde Wichtige Auslandsmärkte machen Zeiss Meditec zu schaffen
Carl Zeiss Meditec gehört zu den umsatzstärksten Unternehmen in Ostdeutschland. Wie der börsennotierte Thüringer Konzern in das neue Geschäftsjahr gestartet ist und wie er auf Probleme reagieren will.

Jena - Schwierige Märkte in China und den USA haben dem Jenaer Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec erstmals seit langer Zeit rote Zahlen bei einem Quartalsergebnis beschert. Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,9 Millionen Euro nach Steuern - im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 15,7 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer sprach von einem schwachen Start in das Geschäftsjahr, das bei Zeiss Meditec traditionell bereits im Oktober beginnt. Für das Minus macht er auch Währungseffekte bei Geschäften vor allem in US-Dollar verantwortlich.
Finanzvorstand: China änderte die Spielregeln
Allein China sorgt bisher für etwa ein Viertel des Umsatzes des börsennotierten Unternehmens, das auf Geräte und Materialien für die Augenheilkunde spezialisiert ist. „In China ändern sich gerade die Spielregeln“, sagte der Finanzvorstand der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiel nannte er Ausschreibungen beispielsweise für künstliche Linsen zur Behandlung der Augenkrankheit Grauer Star für den öffentlichen Gesundheitsbereich, bei denen chinesische Anbieter deutliche Vorteile hätten.
Für Zeiss Meditec sei die Konsequenz, in größerem Umfang Produktion und Entwicklung direkt in China zu betreiben. „Nur so bleibt der Zugang unserer Produkte zum größten Markt für Augenheilkunde erhalten.“ Das Jenaer Unternehmen habe bereits zwei Produktionsstandorte in China. Was künftig verlagert werden soll und ob das Konsequenzen für Arbeitsplätze in Deutschland hat, sei noch nicht endgültig entschieden. Insgesamt habe Zeiss Meditec 17 Produktionsstandorte weltweit. „Wir werden da bis im Mai weiter sein“, so Wehmer.
Neue Geschäftsprognose im Mai
Der Umsatz des Jenaer Konzerns belief sich auf 467,0 Millionen Euro im ersten Quartal, ein Rückgang von 4,8 Prozent. Das Unternehmen hatte bereits im Januar die Erwartungen gedämpft und will auch mit einer Neuausrichtung von Forschung und Entwicklung reagieren.
Nach Einschätzung des Vorstandes ist der zunächst prognostizierte Konzernumsatz von 2,3 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr wegen der Marktunsicherheiten und Investitionszurückhaltung voraussichtlich nicht erreichbar. Eine Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr will der Vorstand bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen am 12. Mai geben.
Die Carl Zeiss Meditec AG gehört zu den umsatzstärksten Industrieunternehmen in Ostdeutschland. Beschäftigt werden im In- und Ausland rund 5.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 2.400 in Deutschland. Produziert werden Laser, OP-Mikroskope, Geräte sowie künstliche Linsen zur Behandlung von Augenerkrankungen.