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Tarifrunde bei der BVG Was der Warnstreik am Montag für BVG-Fahrgäste bedeutet

Erst gab es Eisregen und tagelange Einschränkungen beim Tramverkehr. Nun steht in Berlin ein 24-stündiger Warnstreik an. Was Fahrgäste wissen sollten.

Von dpa 01.02.2026, 10:21
Am Montag werden Busse, U-Bahnen und Trams in Berlin bestreikt. (Archivfoto)
Am Montag werden Busse, U-Bahnen und Trams in Berlin bestreikt. (Archivfoto) Carsten Koall/dpa

Berlin - Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen sich am Montag nach Alternativen zu Bus, U- und Straßenbahn umsehen. Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi legt für 24 Stunden große Teile des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin lahm. Gleichzeitig lässt die BVG Straßenbahnen ohne Fahrgäste fahren, um ein erneutes Einfrieren der Oberleitungen zu verhindern. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Worauf müssen sich Berlinerinnen und Berliner einstellen? 

Verdi hat angekündigt, den Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr ganztägig zu bestreiken. Die BVG will den Betrieb ab 3.00 Uhr für 24 Stunden fast komplett einstellen. Zu den wenigen Ausnahmen bei den Verkehrsbetrieben gehören einzelne Buslinien, die BVG-Fähren, die Jelbi-Stationen und der Shuttle-Dienst Muva.

Bleibt der gesamte öffentliche Nahverkehr in Berlin stehen? 

Nein, für die Regionalverkehrszüge der Deutschen Bahn gilt das nicht. Das Unternehmen ist vom Warnstreik nicht betroffen. Und auch die S-Bahnen fahren. Die S-Bahn Berlin GmbH gehört nicht zur BVG, sondern zum Konzern der Deutschen Bahn. 

Weitet die S-Bahn ihr Angebot aus?

Während des Streiks bietet die S-Bahn auf der Strecke der S1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz tagsüber durchgängig einen Fünf-Minutentakt an. Außerdem richtet die S-Bahn für die Streikdauer einen Ersatzverkehr mit Bussen ab und bis Gesundbrunnen zum Bahnhof Wedding ein.

Welche Verbindungen gibt es zum Flughafen BER? 

Reisende von und zum Flughafen BER in Schönefeld können den Flughafen-Express FEX sowie die Züge des Regionalverkehrs nutzen. Die S-Bahn ist während der Winterferien aufgrund von Bauarbeiten rund um den Bahnhof Schöneweide unterbrochen. In diesem Zeitraum fährt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Bleiben alle Straßenbahnen stehen? 

Nein, die BVG hat mitgeteilt, dass Trams ohne Fahrgäste unterwegs sein werden. Dabei geht es darum zu verhindern, dass die Oberleitungen wieder einfrieren wie nach dem Eisregen in der vergangenen Woche. Erst am Samstag gab die BVG bekannt, dass alle 22 Straßenbahnlinien wieder im Einsatz und planmäßig unterwegs seien.

Wie sieht es bei den Bussen aus?

Nicht alle Busse fallen aus. Auf diesen Linien wird gefahren: 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363, N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95, N97.

Wie lange hat der Warnstreik Auswirkungen?

Das lässt sich nicht genau sagen. Aber dass Busse und Bahnen gleich danach wieder im Takt unterwegs sind, ist nicht realistisch. Generell gilt: Auch vor und nach dem Warnstreik kann es zu Ausfällen kommen. 

Was sollten die Berlinerinnen und Berliner noch beachten?

Die Verkehrsinformationszentrale empfiehlt, am Montag Fahrten durch die Stadt zu reduzieren und im Homeoffice zu arbeiten, wenn das möglich ist. Auch Autofahren kann in den Hauptverkehrszeiten anstrengend werden. Wer in Berlin unterwegs sein muss, sollte das in jedem Fall im Voraus planen und Sharing-Angebote oder Fahrgemeinschaften in Betracht ziehen.

Warum will Verdi Busse und Bahnen überhaupt bestreiken? 

Es geht dabei nicht im Speziellen um Berlin. Die Gewerkschaft hat auch in anderen Bundesländern zu Warnstreiks bei Verkehrsunternehmen aufgerufen. Sie will Druck machen angesichts der bundesweit laufenden Tarifrunden im öffentlichen Nahverkehr. 

Was fordert die Gewerkschaft? 

Bei den Tarifverhandlungen geht es diesmal in den meisten Bundesländern wie in Berlin um den sogenannten Manteltarifvertrag, der vor allem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt. Verdi will beispielsweise mehr Urlaubstage für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchsetzen, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden und mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage.