Urteil im Mordprozess Hanna K. Urteil im Mordprozess Hanna K.: Mörder von Berliner Abiturientin zu lebenslanger Haft verurteilt

Sieben Monate nach dem qualvollen Tod einer Berliner Abiturientin ist ein 31-Jähriger als Mörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den 31-Jährigen am Donnerstag auch wegen versuchter Vergewaltigung schuldig. „Der Angeklagte wollte sie vergewaltigen, sie war arglos, wehrlos“, hieß es im Urteil. Der Verteidiger kündigte Rechtsmittel gegen die Entscheidung an. Der Anwalt der Eltern der Getöteten zeigte sich zufrieden mit dem Urteil.
Die 18-Jährige Hanna aus dem Ortsteil Kaulsdorf, die gerade Abitur gemacht hatte, war Mitte Mai nach einer Party auf dem Heimweg, als sie in der Nähe ihres Elternhauses heimtückisch attackiert wurde. Als sich die junge Frau wehrte, erwürgte der Mann sie, hieß es im Urteil. Der Angeklagte habe seinen Angriff verdecken wollen.
Der Staatsanwalt und der Vertreter der Nebenklage-Anwalt hatten die lebenslange Haft beantragt. Sie forderten zudem die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld. Aus Sicht der Richter lagen die juristischen Voraussetzungen dafür aber nicht vor. Wird eine besondere Schuldschwere festgestellt, ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren auf Bewährung bereits mit dem Urteil ausgeschlossen.
Die Richter berücksichtigten in ihrer Entscheidung, dass sich der Täter wenige Tage nach der Tat selbst gestellt hatte, nachdem Bilder aus U-Bahn-Überwachungskameras veröffentlicht worden waren. Der berufs- und arbeitslose Mann aus dem Stadtteil Lichtenberg hatte im Prozess die Tötung zugegeben, dabei aber von einem Unfall gesprochen. (dpa)