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Musik Tim Bendzko öffnet sich – Neues Album nach Ehe-Aus

Auf Tim Bendzkos neuem Album geht es um seine Trennung und den Mut, alles anders zu machen. Ein Song sorgte schon im Vorfeld für zahlreiche Reaktionen.

Von Thomas Bremser, dpa 23.01.2026, 05:59
Tim Bendzko singt über den Mut, sich zu verändern. (Archivbild)
Tim Bendzko singt über den Mut, sich zu verändern. (Archivbild) Christian Charisius/dpa

Berlin -  Mit zwei kurzen Videos auf Instagram sorgte Tim Bendzko in den vergangenen Monaten für Aufregung bei Fans und Medien: Im November sprach der Popsänger erstmals über sein Ehe-Aus, kürzlich deutete er an, sein kommendes Album könnte sein vorerst letztes sein. 

Die Clips sorgten für etliche Klicks und Schlagzeilen - und das passenderweise vor der heutigen Veröffentlichung von „Alles, nur nicht zurück“. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sprach Bendzko jetzt über seine Aussagen - und ordnete sie ein.

Die Karriere von Tim Bendzko nimmt vor 15 Jahren Fahrt auf

Vor 15 Jahren landete der in Ostberlin geborene Musiker, der bei einem Talent-Wettbewerb der Söhne Mannheims entdeckt wurde, seinen ersten und bislang größten Hit: „Nur noch kurz die Welt retten“. Viele Popfans schlossen den gefühlvollen Songwriter mit den blonden Locken in ihr Herz, es folgten Songs wie „Wenn Worte meine Sprache wären“, „Keine Maschine“, „Am seidenen Faden“ oder „Hoch“. 

Schnell interessierten sich Boulevardmedien auch für das Privatleben des Sängers, der optisch gern mal mit Matthias Schweighöfer verglichen wird. Während der Schauspieler kürzlich seine Hochzeit mit Partnerin Ruby O. Fee öffentlich machte, hält Bendzko sich bedeckt, wenn es um Privates geht.

Die Ausnahmen: Anfang 2021 erwähnte er in sozialen Medien erstmals die Geburt seines Sohnes, Ende 2025 dann die Trennung von seiner Frau. Wenig später veröffentlichte er die Ballade „Immer“, in der er singt: „Ich wollte dir nie wehtun, ich hoffe, das verstehst du, ich sollte nicht der Grund für deine Tränen sein.“ 

Eine private Botschaft mit unzähligen Reaktionen

„Klar ist das ein Thema, bei dem das Interesse ein bisschen größer ist, weil es vermeintlich privat ist. Am Ende habe ich mich dazu jetzt ja einmal öffentlich geäußert, um klarzumachen, in welchem Rahmen ich diesen Song geschrieben habe“, erklärt der 40-Jährige. „Aber ich habe auch gesagt, dass ich dazu nichts mehr sagen werde.“

Der Instagram-Post zum Ehe-Aus hat mittlerweile 130 000 Likes und Millionen Aufrufe. „Ich habe noch nie so viele Nachrichten bekommen von Menschen, die sich bei mir bedanken. Weil sie sehen, dass sie mit ihren Sorgen oder Erfahrungen, die sie in ihrem Leben machen, nicht alleine sind.“

Auch in „Anders“ lässt der Popsänger augenscheinlich tief in seine Seele blicken. Der Ohrwurm klingt wie eine öffentliche Entschuldigung an eine Ex-Partnerin: „Ich war irgendwie anders und ich versteh' deine Wut. Aber ich war ganz durcheinander, als hätt' mich jemand verflucht.“ 

Und im Lied „Zu verschieden“, das auf seiner Tour nach dem Ende des Konzerts vom Band abgespielt werden soll, heißt es: „Wir sind nicht zu verschieden, lass uns doch gemeinsam weitergehen. Unsere Herzen schlagen leise, weil sie sich auch ohne Lärm verstehen.“

Ein Album ohne Filter

„Schon beim ersten Song "Alles, nur nicht zurück", den ich fürs Album geschrieben habe, war klar, es gibt keine Filter. Ich schreibe das, was mein Bauchgefühl mir vorgibt zu schreiben“, sagt Bendzko über seine offenen und ehrlichen Worte auf seinem sechsten Album.

Private und auch berufliche Einschnitte (Bendzko gründete unter anderem sein eigenes Label und wechselte das Management) setzen den Ton für zwölf Songs, die sich viel um den Mut zu Veränderungen drehen - und eigentlich immer positiv bleiben.

„Kopf hoch“ oder „Alles in Bewegung“ sind textlich und melodisch so motivierend, dass sie durchaus auch im Rahmen der Olympischen Winterspiele oder der Fußball-WM laufen könnten. „Es kann schon sein, dass das so ein bisschen vom Sport herrührt. Ich war auf einer Sportschule und habe Fußball gespielt bei Union Berlin. Und ich war in einer Gruppe schon immer eher derjenige, der sagt: "Komm, wir schaffen das jetzt."“

„Alles, nur nicht zurück“ ist ein persönliches Popalbum, bei dem auch musikalisch einiges in Bewegung ist. Es pendelt zwischen ruhigen Tönen und elektronischen Beats, beinhaltet Chöre, Kanons und Sound-Effekte, für die unter anderem das Produzentenduo Truva verantwortlich ist.

Ein Leben ohne Musik?

Und was steckt nun hinter der Instagram-Ankündigung, „Alles, nur nicht zurück“ sei sein vorerst letztes Album? Etwas überspitzt formuliert, sagt Bendzko, der im Mai auf Tour geht. „Ich habe nicht vor, mit Musik aufzuhören. Ich werde auch niemals ankündigen, damit aufzuhören. Dafür ist Musik mir zu sehr ein inneres Grundbedürfnis.“ Er habe lediglich das Gefühl, sich nach diesem Album etwas Zeit lassen zu können, die musikalische Zukunft zu planen. „Aber ich werde auf jeden Fall weiter Songs schreiben.“