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Niedersachsen und Bremen Tausende Menschen bei pro-kurdischen Demonstrationen

Lautstarke Proteste, kurdische Flaggen und mitunter auch Pyrotechnik: Zahlreiche Menschen ziehen durch Hannover, Bremen und Salzgitter. Was ist der Hintergrund? Bleibt alles friedlich?

Von dpa Aktualisiert: 21.01.2026, 20:11
In Niedersachsen und Bremen versammelten sich zahlreiche Menschen zu pro-kurdischen Protesten.
In Niedersachsen und Bremen versammelten sich zahlreiche Menschen zu pro-kurdischen Protesten. Moritz Frankenberg/dpa

Hannover - Bei pro-kurdischen Protesten haben sich erneut Tausende Menschen in Niedersachsen und Bremen versammelt. Zu den Demonstrationen hatte der kurdische Dachverband Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland aufgerufen. Hintergrund ist die Lage im Norden und Nordosten Syriens, wo Regierungstruppen mit den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) um Macht, Einfluss und Gebietskontrolle kämpfen. 

Zu einer Demonstration in Hannover kamen nach Schätzungen von Reportern vor Ort rund 2.000 Menschen. Die Polizei schätzte die Zahl auf rund 800. Zahlreiche Einsatzkräfte begleiteten die Proteste. Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Veranstaltung sei aber insgesamt friedlich geblieben. Die Versammlungsleitung habe sich kooperativ verhalten. 

In Bremen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei etwa 2.300 Männer und Frauen. Einige von ihnen hatten sich mit Tüchern vermummt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Demonstranten zogen mit kurdischen Flaggen und lauten Sprechchören durch die Innenstadt und versammelten sich zu einer Kundgebung. Manche zündeten auch Pyrotechnik. Die Polizei war mit vielen Einsatzkräften vor Ort, auch ein Wasserwerfer wurde aufgestellt. 

In Salzgitter versammelten sich am Abend nach Polizeiangaben etwa 600 Menschen. „Die Stimmung war emotional“, berichtete ein Polizeisprecher. Die Teilnehmenden hätten sich friedlich verhalten. 

Seit Tagen kommt es in vielen deutschen Städten zu pro-kurdischen Protesten. Der kurdische Dachverband Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland ruft dazu auf, Rojava gemeinsam gegen die dschihadistischen Angriffe zu verteidigen. Die als Rojava bekannte kurdischen Selbstverwaltung im Nordosten Syriens ist Teil des langen Strebens der Kurden nach einem eigenen Staat.