Tarifverhandlung Tarifrunde in Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalt geht weiter
Arbeitgeber und Gewerkschaft ringen um höhere Löhne für die Beschäftigten der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt. Vor der zweiten Tarifrunde liegen die Positionen noch deutlich auseinander.

Barleben - In der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalt setzen Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstag ihre Tarifverhandlungen fort. In Barleben bei Magdeburg kommt die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Branche. Arbeitgeber sprechen von rund 5.000 Beschäftigten, die Gewerkschaft von gut 3.000.
Arbeitgeber bieten zehn Prozent mehr Lohn in vier Stufen
Der Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (VdEW) hatte bereits in der ersten Runde Ende Januar ein Angebot vorgelegt. Dieses sieht eine Lohnerhöhung von rund zehn Prozent in vier Stufen bis 2029 vor - mit 2,8 Prozent ab Juli 2026, 2,7 Prozent ab Juli 2027, 2,5 Prozent ab Juli 2028 und 2,0 Prozent ab Juli 2029.
VdEW-Hauptgeschäftsführer Vehid Alemić erwartet nun Bewegung in den Gesprächen. „Wir erwarten eine ganz klare Haltung zu unserem Angebot, wir erwarten auch ein konkretes Angebot der Gegenseite, also von der Gewerkschaft NGG, das abschlussfähig ist“, sagte er. Ziel sei es, „einen klaren Fahrplan für die weiteren Gespräche mit der Gewerkschaft NGG festzuhalten, inhaltlich und auch in der zeitlichen Abfolge“.
Gewerkschaft kritisiert Ost-West-Lohnunterschiede
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert dagegen weiterhin deutliche Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westbetrieben. „Noch immer – 36 Jahre nach dem Mauerfall – betragen die Lohnunterschiede zu westdeutschen Schwesterbetrieben oder vergleichbaren Branchen in den 16 Betrieben und über alle Lohngruppen zwischen 273 bis 2.274 Euro im Monat“, erklärte der Vorsitzende der NGG im Osten, Uwe Ledwig. Das bisherige Arbeitgeberangebot stoße deshalb bei vielen Beschäftigten auf Unverständnis.
Zur Tarifgemeinschaft gehören nach Angaben der Gewerkschaft 15 Unternehmen der Lebensmittelindustrie im Land, darunter etwa Rotkäppchen, Burger Knäcke oder Freiberger. Die Gespräche beginnen am Donnerstagvormittag.