Saison endet Täglich 150 Mahlzeiten im „Restaurant des Herzens“
In der Advents- und Winterzeit ist das „Restaurant des Herzens“ in Erfurt alljährlich eine gefragte Adresse für Menschen, die mit jedem Cent rechnen müssen.

Erfurt - Eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen, ein offenes Ohr und Herzenswärme für Menschen mit wenig Geld: Das „Restaurant des Herzens“ in Erfurt beendet nach zwei Monaten seine Saison. Seit dem Start am Nikolaustag seien täglich 150 Mahlzeiten für Bedürftige gekocht worden, sagte Petra Hegt, Geschäftsführerin der evangelischen Stadtmission, auf Anfrage. Insgesamt seien es mehr als 5.700 Portionen gewesen. Die Nachfrage sei hoch gewesen.
Zum Saisonabschluss am Samstag betätigte sich Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) als Helfer. Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident servierte den Gästen mit Sauerbraten, Klößen und Rotkraut gefüllte Teller. Das ist das traditionelle Saisonabschlussgericht.
Das Restaurant wird über Lebensmittel- und Geldspenden getragen. Die Spenden kämen von vielen Firmen, aber auch von Vereinen, sagte Hegt. Vor allem viele finanzschwache Rentner nähmen das Angebot in Anspruch, aber auch Familien mit Kindern und Obdachlose. Wer kostengünstig im Restaurant essen möchte, muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Mitarbeiter der Stadtmission und Helfer servieren den Gästen die Mahlzeiten.
Wichtig als sozialer Treffpunkt
An manchen Tagen kommt es Hegt zufolge vor, dass Portionen übrig bleiben. Dann könnten die Gäste sich diese Portionen mit nach Hause nehmen und sich dort damit versorgen. „Weggeworfen wird nichts.“
Von Bedeutung sei das Restaurant auch in anderer Hinsicht, so Hegt. „Für die Bedürftigen ist es eine Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und soziale Kontakte zu haben.“