Duftstoffindustrie Symrise: US-Behörden stellen Kartellverfahren ein
Seit Jahren ermitteln Behörden weltweit wegen eines möglichen Duftstoffkartells. Für Symrise aus Holzminden kommt nun erneut Entwarnung. Bereits im zweiten Land wurde das Verfahren eingestellt.

Holzminden - Das US-Justizministerium hat nach Angaben des Unternehmens das seit Jahren laufendes Kartellverfahren gegen den Duftstoffhersteller Symrise eingestellt. Das Ministerium habe Symrise mit Schreiben vom 5. Februar 2026 mitgeteilt, dass es seine Ermittlungen gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Absprachen einstelle, teilte das Unternehmen mit. Ein rechtswidriges Verhalten von Symrise sei nicht festgestellt worden.
Symrise begrüßte die Entscheidung. Der Konzern hatte stets bestritten, sich an unzulässigen Absprachen mit Wettbewerbern im Bereich des Duftstoffgeschäfts beteiligt zu haben. Ausgestanden ist der Fall damit aber noch nicht. In gleicher Sache laufen noch Ermittlungen der EU-Kommission. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat ihr Verfahren gegen Symrise dagegen bereits im Mai 2025 eingestellt. Symrise hoffe nun, dass auch die verbleibenden Verfahren in naher Zukunft beendet werden.
Ermittlungen laufen seit 2023
Erstmals bekanntgeworden waren die Ermittlungen vor knapp drei Jahren. Die EU-Kommission hatte damals auch eine Durchsuchung in Holzminden veranlasst und Dokumente sichergestellt. Hintergrund war der Verdacht, das Unternehmen und seine drei größten Wettbewerber könnten ihre Preispolitik abgesprochen haben.
Symrise aus Holzminden hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Herstellern von Duft- und Aromastoffen. Der Dax-Konzern beliefert unter anderem Parfum-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkehersteller. Das Unternehmen hat 12.700 Mitarbeiter und Kunden in 150 Ländern. Der Umsatz lag 2024 bei knapp fünf Milliarden Euro.