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Winterwetter Sturmtief bringt Schnee, Unfälle und Unterrichtsausfall

Sturmtief „Elli“ hat in Thüringen für glatte Straßen, zahlreiche Unfälle und geschlossene Schulen gesorgt. Auch Busse und Bahnen fuhren nur eingeschränkt.

Von dpa Aktualisiert: 09.01.2026, 19:51
Ergiebige Schneefälle und glatte Straßen haben zu zahlreichen Unfällen in Thüringen geführt.
Ergiebige Schneefälle und glatte Straßen haben zu zahlreichen Unfällen in Thüringen geführt. Hendrik Schmidt/dpa

Erfurt - Sturmtief „Elli“ hat in Thüringen mit viel Schnee und Eisglätte für Verkehrsbehinderungen und leere Klassenzimmer gesorgt. Busse und Bahnen waren teils nur eingeschränkt unterwegs und auf den Straßen kam es vermehrt zu Unfällen, die meist glimpflich mit Blechschäden endeten, wie die Polizei berichtete. Auch auf den Thüringer Autobahnen ging es nur stockend voran. Die Autobahnpolizei war nach eigenen Angaben mit einer Vielzahl an Unfällen beschäftigt. Ursache war zumeist unangepasste Geschwindigkeit auf rutschiger Fahrbahn.

Aufgrund der Wetterlage war etwa der Linienverkehr der JES Verkehrsgesellschaft im Saale-Holzland-Kreis und in Weimar vorübergehend eingestellt. Betroffen war ebenfalls der Regionalbusverkehr im Stadtgebiet von Jena. Auch im dortigen Bus- und Straßenbahnverkehr kam es durch Weichenstörungen und liegengebliebene Fahrzeuge zu Behinderungen.

Wegen querstehender und liegengebliebener Lastwagen gab es auf einigen Landstraßen im Freistaat Sperrungen und Staus. So blieben beispielsweise im Kreis Sonneberg auf der Bundesstraße 281 zwischen Neuhaus am Rennweg und Lichte mehrere Lastwagen und Autos aufgrund der winterlichen Bedingungen liegen, wodurch der Verkehr zeitweise vollständig lahmgelegt wurde.

Zugverspätungen und Unterrichtsausfälle

Auf einigen Zugstrecken kam es im Regionalverkehr zu Ausfällen und teils großen Verspätungen. In Thüringen waren davon laut Verkehrsmeldung die Linien RE 55 und 56 zwischen Erfurt und Nordhausen betroffen. Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.

Das Winterwetter sorgte zugleich für Unterrichtsausfälle an zahlreichen Thüringer Schulen. Mehr als 200 der rund 800 staatlichen Schulen im Freistaat blieben nach aktuellem Stand geschlossen oder stellten auf Distanzunterricht um, teilte das Bildungsministerium mit. Für Kinder bis zur sechsten Klasse sei landesweit eine Notbetreuung sichergestellt.

Besonders stark betroffen waren den Angaben nach Nordthüringer Schulen in den Landkreisen Kyffhäuser, Nordhausen und Eichsfeld. Überdurchschnittlich viele Ausfälle gab es auch in den Landkreisen Wartburg sowie Schmalkalden-Meiningen. Genaue Zahlen liegen bislang nicht vor, da die Rückmeldungen der Schulen weiterhin bei den Schulämtern und im Ministerium eingehen.

Trotz Schneefällen geschlossene Skilifte

Auch wenn der üppige Neuschnee Wintersportfans strahlen ließ - wegen der Unwetterwarnungen waren viele Skigebiete geschlossen. Dazu gehörten am Freitag die Skiarena Silbersattel bei Steinach (Landkreis Sonneberg) und der Snowpark Oberhof (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Beide sollen am Samstag aber wieder regulär öffnen. Der Egapark in Erfurt blieb ebenfalls zu, das derzeitige Winterleuchten fiel aus.

Offen blieb dagegen auch am Freitag die Skiarea Heubach. Betreiber Denis Wagner schätzte die Besucherzahl am Freitagmittag auf 150 bis 200 Leute. Die geringe Zahl hänge wohl mit den vorhergesagten Wetterbedingungen zusammen. Am Samstag rechnet Wagner mit mehr Andrang, auch weil es viele Buchungen von Skischulen gebe. „Es steht ein guter Wintersporttag bevor“, sagte er.

Das ist der Wetterausblick 

Der Schneefall ließ ab Nachmittag bereits nach. In den südlichen Regionen Thüringens geht er laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Regen über. In der Nacht sei aufgrund der sinkenden Temperaturen mit erneutem Schneefall, allerdings in eher geringen Mengen, zu rechnen.