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Gedenken Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Süssmuth an

Mit 88 Jahren war die CDU-Politikerin gestorben. Ihr Wirken wird mit einem raren Zeremoniell geehrt.

Von dpa 02.02.2026, 14:15
Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth an. (Archivbild)
Steinmeier ordnet Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth an. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin - Deutschland verabschiedet sich von der verstorbenen ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth mit einem Trauerstaatsakt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ordnete diesen zum Gedenken an die frühere CDU-Politikerin an. Ausrichter ist der Deutsche Bundestag. Vor dem Parlament wehten die Fahnen auf halbmast. 

Die nur selten angeordneten Staatsbegräbnisse und Trauerstaatsakte sind Ausdruck höchster Würdigung einer gestorbenen Persönlichkeit durch die Bundesrepublik Deutschland. Ein Termin dafür stand zunächst noch nicht fest.

Süssmuth war am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Die CDU-Politikerin gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie außerdem Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. 

Steinmeier hatte Süssmuth bereits als „großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie“ gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an die Tochter von Süssmuth hieß es, „Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen.“

Kondolenzbuch für Bürgerinnen und Bürger ab Dienstag

Für die Abgeordneten und auch die Bürgerinnen und Bürger soll ein Kondolenzbuch ausgelegt werden. Das Buch für die Bundestagsabgeordneten wird voraussichtlich in der nächsten Sitzungswoche des Bundestages Ende Februar im Reichstagsgebäude ausgelegt, wie die Pressestelle des Bundestages mitteilte. Das Kondolenzbuch für die Öffentlichkeit soll in der Parlamentshistorischen Ausstellung des Deutschen Bundestages im Deutschen Dom am Berliner Gendarmenmarkt ausliegen. Bürgerinnen und Bürger können sich dort ab Dienstag während der Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr) eintragen.

„Gesicht der Aussöhnung“ zwischen Deutschland und Israel

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hob hervor, Süssmuth habe sich als Bundestagspräsidentin nachdrücklich für eine lebendige Erinnerungskultur eingesetzt und sich gegen jede Forderung nach einem Schlussstrich gewehrt. „Rita Süssmuth war ein Gesicht der Aussöhnung von Deutschland und Israel“, erklärte Schuster. Er unterstrich zugleich ihre Rolle bei der Zuwanderung jüdischer Menschen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie bei der Rückgabe von Kulturgütern, die in der Nazizeit geraubt wurden.