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  7. Zwillingsschwestern Alice und Ellen Kessler gemeinsam tot aufgefunden

Zwillinge prägten eine Ära Show-Ikonen gestorben! Alice und Ellen Kessler gemeinsam tot aufgefunden

Die Kessler-Zwillinge Alice und Ellen sind tot. Wie zahlreiche Medien berichten, wurde das legendäre Show-Duo in München tot aufgefunden. Das Schwesternpaar wurde 89 Jahre alt.

Von DUR/dpa Aktualisiert: 18.11.2025, 07:37
Die Show-Legenden Alice und Ellen Kessler sind in München tot aufgefunden worden.
Die Show-Legenden Alice und Ellen Kessler sind in München tot aufgefunden worden. (Foto: Imago/ United Archives)

München. – Ein Leben lang waren die beiden Kessler-Zwillinge immer beieinander, standen gemeinsam auf den großen Show-Bühnen der Welt, teilten sich eine Villa. Alice ohne Ellen oder Ellen ohne Alice? Schier undenkbar! Und nicht einmal der Tod konnte sie trennen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, starben die Schwestern zusammen in ihrem Haus in Grünwald. Die Polizei bestätigte einen Einsatz in der Gemeinde bei München, ohne Details zu nennen. Ein Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Zunächst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Unzertrennlich bis zuletzt: Kessler-Zwillinge wollten gemeinsam Bühne verlassen

Die Kessler-Zwillinge standen über Jahrzehnte als Sängerinnen, Tänzerinnen und Schauspielerinnen zusammen im Rampenlicht. Sie wünschten sich auch für den letzten Weg keine Trennung. 2024 hatten die beiden der "Bild" erzählt, dass sie Seite an Seite beigesetzt werden möchten. Ihr Wunsch sei sogar testamentarisch festgelegt worden, sagten sie damals.

Alice und Ellen Kessler sind tot: Die beiden Zwillinge standen 1955 zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera.
Alice und Ellen Kessler sind tot: Die beiden Zwillinge standen 1955 zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera.
Foto: IMAGO / United Archives Keystone

Alice und Ellen Kessler wurden am 20. August 1936 in Nerchau bei Leipzig geboren. Schon als kleine Mädchen lernten sie das Tanzen, wurden vom Vater gedrillt, mussten unter anderem für ihn in Kneipen auftreten. Aber sie gehörten auch zum Kinderballett der Leipziger Oper und schafften die Aufnahme für die Operntanzschule. 

Kessler-Zwillinge: Von der Leipziger Oper auf die internationale Showbühne

Noch vor dem Bau der Berliner Mauer verließ die Familie die DDR. 1952 absolvierten Ellen und Alice erste Auftritte im Düsseldorfer Revuetheater "Palladium", um selbstständig und finanziell unabhängig zu sein. 

Dort wurde 1955 der Direktor des Lido in Paris auf die blonden jungen Frauen aufmerksam. Er engagierte sie für das berühmte Varieté auf den Champs-Élysées - die internationale Karriere nahm ihren Lauf.

In der Komödie "Solang es hübsche Mädchen gibt" standen Alice und Ellen Kessler 1955 erstmals gemeinsam vor der Kamera. Weitere Filme folgten – und schnell öffneten sich auch die Türen großer Fernsehshows im In- und Ausland. 

Gemeinsam wurden Ellen und Alice Kessler zu Weltstars. Hier ein Auftritt aus den 70er Jahren.
Gemeinsam wurden Ellen und Alice Kessler zu Weltstars. Hier ein Auftritt aus den 70er Jahren.
Foto: dpa

Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Sie arbeiteten unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte zusammen. Noch mit 80 Jahren standen sie für das Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York" auf der Bühne.

Tod durch assistierten Suizid? Ellen und Alice Kessler lebten bis zum Schluss gemeinsam

Die Schwestern, die trotz einer Vielzahl an Verehrern nie geheiratet haben, lebten in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam in einem Haus im Münchner Promi-Vorort Grünwald - nur durch eine Schiebetür getrennt. So konnten sie sich jederzeit sehen - oder eben auch nicht.

Alleine hätten sie es wohl nicht geschafft, über so lange Zeit auf der Bühne zu stehen, sagte Alice kurz vor dem 80. Geburtstag. "Im Doppelpack unterwegs zu sein, hat nur Vorteile. Zusammen ist man stärker."

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben in Berlin hatten sich die Zwillinge für einen sogenannten assistierten Suizid entschieden. Zunächst hatte der «Münchner Merkur» über die Verbindung der Zwillinge zu dem Verein berichtet.

Testamentarisch haben die Zwillinge schon vor einiger Zeit verfügt, in der gleichen Urne zur ewigen Ruhe gebettet zu werden.