Turnier in den USA Sport-Funktionär: Iran-Ausschluss von WM wäre „Blödsinn“
Nach der militärischen Eskalation wird auch über die Teilnahme des Iran an der Fußball-WM spekuliert. Kaweh Niroomand, Olympia-Beauftragter von Berlin, lehnt einen Ausschluss ab und erklärt warum.

Berlin - Sport-Funktionär Kaweh Niroomand hat kein Verständnis für Debatten über einen möglichen Ausschluss des Iran von der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in den USA. Solche Maßnahmen „aus der Geschichte des internationalen Sports haben noch nie was gebracht und würden auch nichts bringen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „In diesem Fall würde man den Iran noch weiter isolieren und in eine Richtung treiben, die man gar nicht will. Insofern ist das völliger Blödsinn.“
Man solle große Sportveranstaltungen dazu nutzen, „damit die Völker einander näher kommen, anstatt dass sie sich trennen“, sagte der 73 Jahre alte Niroomand, der als Kind aus dem Iran nach Deutschland kam.
Aufgrund der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und den Gegenschlägen Teherans war über einen Ausschluss spekuliert worden. Der Fußball-Weltverband werde die Situation „beobachten“, hatte FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström gesagt.
Die oberste Priorität bleibe ein sicherer Ablauf der Weltmeisterschaft, bei der alle qualifizierten Mannschaften auch teilnehmen können. Der Iran soll bei der WM vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten spielen. Andere Spiele des Turniers finden in Mexiko und Kanada statt.
Niroomand: Iraner zwischen Hoffnung und Angst
Niroomand, Geschäftsführer von Volleyball-Rekordmeister BR Volleys und Olympia-Beauftragter von Berlin, hält immer noch Kontakt in sein Geburtsland. „Die Leute haben Angst. Ihr Gemütszustand ist zwischen Hoffnung und Angst“, sagte er. Die Bevölkerung wisse nicht, wie es weitergehe.
„Man hat durch diesen Militärschlag den obersten Führer der Islamischen Republik beseitigt und mit ihm auch einige andere. Aber das ist ja keine Lösung“, sagte Niroomand, der ein Kritiker der iranischen Staatsführung ist. „Die Leute sind ja auf die Straße gegangen, um Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung zu erzielen. Ich weiß nicht, ob Herr Trump dieselben Ziele verfolgt.“