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Thüringer Arbeitsmarkt Schlechte Jobchancen für Ältere und Langzeitarbeitslose

Der Januar ist traditionell ein schwieriger Monat für den Arbeitsmarkt. In diesem Jahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Von dpa Aktualisiert: 30.01.2026, 13:33
Mehr Arbeitslose zu Jahresbeginn in Thüringen (Illustration)
Mehr Arbeitslose zu Jahresbeginn in Thüringen (Illustration) Daniel Karmann/dpa

Erfurt - Die Arbeitslosigkeit ist zu Jahresbeginn in Thüringen gestiegen. Im Januar waren 74.146 Menschen arbeitslos gemeldet, 4.802 mehr als im Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent nach 6,3 Prozent Ende vergangenen Jahres. Im Januar 2025 lag die Quote in Thüringen bei 6,6 Prozent. Vor allem Arbeitnehmer im Alter ab 50 Jahren sowie Langzeitarbeitslose haben es nach Angaben der Regionaldirektion derzeit schwer, einen neuen Job zu finden. 

Mehrzahl der Arbeitslosen sind älter oder länger ohne Job 

Nach Einschätzung der Arbeitsmarktexperten war die gestiegene Arbeitslosigkeit im Freistaat vor allem saisonal bedingt, weil befristete Verträge ausliefen oder witterungsbedingte Winterpausen beispielsweise in der Bauwirtschaft eingelegt wurden. „Gleichzeitig zeigte sich zunehmend die konjunkturelle Schwäche“, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Nach den Zahlen der Arbeitsagentur fanden im Januar 3.633 Arbeitslose eine neue Anstellung, gleichzeitig wurden 8.424 Thüringer arbeitslos. 

Trotz eines Rückgangs bei den Stellenmeldungen sei die Nachfrage nach Arbeitskräften mit rund 15.000 offenen Stellen hoch, erklärte die Regionaldirektion. Qualifizierung und Mobilität spielten bei der Besetzung von Stellen immer mehr eine Rolle. Rund 37 Prozent der Arbeitslosen seien Menschen im Alter ab 50 Jahren, weitere rund 35 Prozent seien Langzeitarbeitslose - mit steigender Tendenz.

Große regionale Unterschiede 

Bei der Arbeitslosigkeit gibt es in Thüringen weiterhin große regionale Unterschiede. Im Eichsfeld und Hildburghausen, beides Pendlerregionen nach Niedersachsen und Bayern, war die Arbeitslosenquote mit 4,8 und 4,9 Prozent im Januar am niedrigsten. Auch das Weimarer Land kam auf 4,9 Prozent. In Ostthüringen mit der Stadt Gera und einer Quote von 10,7 Prozent und dem Altenburger Land mit 9,9 Prozent war die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich hoch. 

„Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen deutlich, dass die Scheindebatten der vergangenen Wochen über Arbeitszeit, Krankheitstage, Überstunden, Teilzeit, Feiertage und vermeintliche Arbeitsverweigerer an der Realität vorbeigehen“, sagte DGB-Bezirksleiter Michael Rudolph. Der Arbeitsmarkt bleibe angespannt, obwohl qualifizierte Fachkräfte mindestens mittelfristig fehlten. Rudolph forderte, Arbeitslose gezielt zu qualifizieren, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt langfristig zu verbessern.