Musik Ovationen für Dirigent Herbert Blomstedt in Dresden
Herbert Blomstedt ist in der Musikwelt eine Legende. Der 98-Jährige dirigiert noch immer auf höchstem Niveau und reißt die Musikliebhaber zu Begeisterungsstürmen hin. Zu Jahresbeginn auch in Dresden.

Dresden - Dirigent Herbert Blomstedt ist für einen Auftritt bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden vom Publikum mit Ovationen bedacht worden. Der 98 Jahre alte Amerikaner mit schwedischen Wurzeln interpretierte am Sonntagvormittag die 5. Sinfonie von Anton Bruckner in der Semperoper und machte seinem Ruf als Autorität in Sachen Bruckner alle Ehre.
Blomstedt begeistert mit frischer Interpretation
Mit sparsamen Gesten vermochte er dem monumentalen Werk die ganze Klangpracht zu entlocken und die Musikerinnen und Musiker „seines“ früheren Orchesters zu Höchstleistungen anzutreiben. Am Ende feierte ihn das Publikum ausgiebig, immer wieder bedankte er sich beim Orchester und Publikum. Am Montag- und Dienstagabend sind zwei weitere Konzerte mit ihm geplant.
Blomstedt hinterließ in den USA und Europa Spuren
Herbert Blomstedt war von 1975 bis 1985 Chefdirigent der Staatskapelle Dresden und ist als Ehrendirigent des Orchesters wie kaum ein anderer Maestro in der Elbestadt beliebt. Aber auch anderswo in Deutschland und in den USA hat er Spuren hinterlassen, etwa als Chef des Gewandhausorchesters Leipzig, des NDR-Sinfonieorchester oder als Director der San Francisco Symphony.
Bis ins hohe Alter überzeugt der Grandseigneur mit frischen Interpretationen und wird vor allem als Bruckner-Interpret geschätzt. Mitte April leitet er Aufführungen von Bruckners 4. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus, ein paar Tage später gastiert er mit der 7. Sinfonie von Bruckner bei den Berliner Philharmonikern. Am 11. Juli wird er 99 Jahre alt. Schon heute gilt er als dienstältester Dirigent der Welt.