Fußball-Bundesliga „Nicht perfekt“: Bayern bezwingen Wagners Augsburger
Die Münchner verderben dem neuen FCA-Coach die Heim-Premiere - am Schluss aber mit Mühe. Jubilar Harry Kane glänzt als Vorbereiter. Ein Kopf-Zusammenstoß in der Nachspielzeit gibt Anlass zur Sorge.

Augsburg - Nach der unverhofft spannenden Schlussphase beim lange Zeit souveränen Auswärtsspiel in Augsburg feierten die Münchner erleichtert vor ihren mitgereisten Fans. Beim 3:2 (2:0) gegen das FCA-Team von Sandro Wagner musste der FC Bayern am Ende zwar etwas zittern, doch der vierte Sieg im vierten Pflichtspiel war dennoch so etwas wie ein sportliches Statement mitten im Transfer-Trubel.
„Viele, viele Chancen, wir bleiben torgefährlich“, sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany bei Sky. „Am Ende bekommen wir zwei Gegentore, das ist natürlich zu viel. Es ist nicht perfekt, das weiß ich. Aber ich bin der Meinung: Das kriegen wir hin.“
In den Bayern-Kader dürfte bis zum Ende der Wechselfrist am Montag noch mal Bewegung kommen - allerdings droht der geplante Wechsel von Offensivspieler Nicolas Jackson Medienberichten zufolge an einem Last-Minute-Veto des FC Chelsea zu scheitern.
Serge Gnabry (28. Minute), Luis Díaz (45.+4) und Michael Olise (48.) trafen vor 30.660 Zuschauern für das Team von Bayern-Trainer Kompany zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung. Die Augsburger Kristijan Jakic (53.) und Mert Kömür (76.) machten es mit ihren Toren noch mal spannend.
In der Schlussphase verletzte sich Robin Fellhauer nach einem üblen Kopf-Zusammenstoß mit Bayern-Profi Sacha Boey, der bei dieser Aktion die Gelbe Karte sah. Fellhauer musste auf dem Rasen ärztlich behandelt werden und wurde dann mit einer Trage vom Platz gebracht. Fellhauer gehe es „den Umständen entsprechend gut. Es scheint Gott sei Dank gut ausgegangen zu sein“, sagte Augsburgs Torwart Finn Dahmen.
Díaz vergibt Riesenchance
Wagner stand bei seiner Heim-Premiere als FCA-Coach natürlich besonders im Fokus - und wie erwartet 90 Minuten lang unter Strom. Seinen dunkelblauen Kapuzenpullover hatte der gebürtige Münchner und frühere Bayern-Spieler schnell abgelegt. Im weißen Shirt trieb er seine Mannschaft von der Seitenlinie aus lautstark an. Auf- und ablaufend, kniend, aber so gut wie nie stehend.
Und auch auf dem Rasen ging's direkt zur Sache. Keine 30 Sekunden waren gespielt, als Díaz nach Vorarbeit von Olise die erste Riesenchance für die Bayern vergab. Aus zwei Metern brachte der Kolumbianer den Ball nicht im Kasten unter. Warum er ihn mit dem Außenrist statt der Innenseite spielte, blieb rätselhaft. Begannen die Münchner drei Tage nach dem 3:2 im DFB-Pokal bei Drittligist Wehen Wiesbaden im Torabschluss schon wieder zu schludern?
Dahmen, der für die kommenden WM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft nominiert wurde, lud die Gäste direkt noch mal ein - doch Olise konnte den schlechten Pass des Schlussmannes nicht nutzen (3.). Wagners Augsburger legten sich genauso ins Zeug wie ihr Trainer, verteidigten diszipliniert und mit Leidenschaft. Marius Wolf, der später angeschlagen raus musste, traf sogar das Außennetz (4.). Doch nach knapp 30 Minuten zahlte sich die Dominanz der Münchner, die mehr und mehr Druck aufbauten, aus.
Kane serviert im 100. Bayern-Pflichtspiel
Stürmerstar Harry Kane glänzte in seinem 100. Pflichtspiel für die Bayern als Flankengeber und bediente Gnabry aus dem linken Halbfeld. Der 30-Jährige köpfte ein und erzielte sein erstes Tor für den Rekordmeister in dieser Saison.
Ganz große Chancen hatten die Münchner danach erst mal nicht mehr - ehe Díaz in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit doch noch erhöhte. Diesmal bediente ihn Konrad Laimer. Diesmal traf er souverän. Und sogar im Fallen.
Jakic holt FCA nach 0:3-Rückstand zurück
Als der einmal mehr sehr auffällige Olise kurz nach der Pause per Flachschuss auf 3:0 für die Bayern stellte, schien die Partie schon mehr oder weniger entschieden. Doch der FCA kam noch mal. Jakic traf per Direktabnahme und brachte damit auch umgehend wieder mehr Stimmung ins Stadion.
Die Bayern ließen sich zunächst nicht groß beeindrucken, gerieten eine Viertelstunde vor Schluss dann aber doch noch gewaltig in Bedrängnis. Ein Flachschuss von Kömür rollte an Torwart Manuel Neuer vorbei ins Tor. Die Augsburger kämpften um den Ausgleich, schafften ihn aber nicht mehr.