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Medizinischer Fortschritt Neues Gerät macht Krebsdiagnostik schneller und genauer

In weniger als einer Minute soll ein Gerät in Hannover gestochen scharfe Ganzkörperbilder liefern – bei weniger Strahlenbelastung. Das soll vor allem für Kinder und Schmerzpatienten von Vorteil sein.

Von dpa 23.01.2026, 18:08
Das sogenannte Total-Body-PET/CT soll besonders Krebspatienten Vorteile verschaffen.
Das sogenannte Total-Body-PET/CT soll besonders Krebspatienten Vorteile verschaffen. Michael Matthey/dpa

Hannover - Ein neues Gerät an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) soll für Krebsdiagnosen schnellere und genauere Bilder liefern. Mit dem neuen Gerät können nach Angaben der Hochschule dreidimensionale Bilder fast des gesamten menschlichen Körpers in einem einzigen Untersuchungsschritt erstellt werden.

Das sogenannte Total-Body-PET/CT ist demnach das erste in Deutschland und erst das vierte weltweit. Dabei werden laut MHH zwei Bildgebungsverfahren miteinander kombiniert – die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die Computertomografie (CT).

Den Angaben der MHH nach arbeitet das System schneller, präziser und mit geringerer Strahlenbelastung als herkömmliche PET/CT-Anlagen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) sagte: „Es eröffnet uns neue Möglichkeiten in der Krankenversorgung, weil wir beim Patienten einfach sehr viel schonender und sehr viel schneller sehr viel mehr wissen.“ 

Ganzkörperaufnahmen in weniger als einer Minute 

Nach Angaben der Klinik für Nuklearmedizin erfasst das neue System ein Sichtfeld von bis zu 150 Zentimetern. Damit seien Ganzkörperaufnahmen in weniger als einer Minute möglich. Bisherige Geräte deckten lediglich etwa 25 Zentimeter ab, wodurch mehrere Einzelaufnahmen nötig gewesen seien. Die neue Technik ermögliche genauere Darstellungen bei zugleich kürzerer Untersuchungsdauer und geringerer Strahlenbelastung. Dies sei vor allem ein Vorteil für Kinder oder schmerzgeplagte Patienten. 

Vom neuen Gerät sollen besonders an Krebs Erkrankte profitieren. Klinikdirektor Prof. Dr. Frank Bengel sagte: „Was vorher fast eine halbe Stunde gedauert hat für den Patienten in der Röhre, dauert jetzt fünf Minuten oder auch nur eine.“ Mit der neuen Technik seien die Bilder sogar besser als zuvor.

Das Total-Body-PET/CT wird nach Angaben der MHH unter anderem in der Krebs-, Herz-, Immun- und Hirndiagnostik eingesetzt. Ferner eröffne die Technik neue Perspektiven für die Entwicklung und Erprobung von Medikamenten und sogenannten Tracern, also schwach radioaktiven Markersubstanzen.