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Grüne Woche Mittelstädt will „Offensive Ost“ für EU-Agrarförderung

Brandenburgs Agrarministerin Mittelstädt will auf der Grünen Woche eine „Offensive Ost“ starten und sucht den Schulterschluss mit Amtskollegen. Worum es jetzt bei der Landwirtschaft geht.

Von dpa 18.01.2026, 11:40
Auf Einladung von Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt sollen am Sonntagabend die Agrarminister und die Landesbauernpräsidenten der Ost-Bundesländer am Rande der Grünen Woche zusammenkommen. (Archivbild)
Auf Einladung von Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt sollen am Sonntagabend die Agrarminister und die Landesbauernpräsidenten der Ost-Bundesländer am Rande der Grünen Woche zusammenkommen. (Archivbild) Annette Riedl/dpa

Berlin/Potsdam - Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt sucht angesichts befürchteter Kürzungen bei der EU-Agrarförderung den Schulterschluss mit ihren ostdeutschen Amtskollegen. Sie kündigte eine  „Offensive Ost“ an, um die Interessen der ostdeutschen Landwirtschaft mit einer Stimme zu vertreten. Am Sonntagabend wollten auf Initiative Mittelstädts die Agrarminister und Bauernpräsidenten der ostdeutschen Länder zu Beratungen am Rande der Grünen Woche in Berlin zusammen kommen.

Angesichts der geplanten Reform des EU-Haushalts und bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist bei Landwirten die Sorge vor Einschnitten groß. Zudem herrscht nach einer Gerichtsentscheidung Verunsicherung mit Blick auf die Düngevorgaben.

Ministerin will Geschlossenheit bei Gesprächen zu EU-Agrarbudget

„Im Rahmen der GAP-Verhandlungen wollen wir als Agrarminister der östlichen Bundesländer jede Gelegenheit nutzen, um unsere gemeinsamen Positionen deutlich zu machen“, teilte Mittelstädt mit. Zudem sei es vor Beginn des Frühjahres von existenzieller Bedeutung für die Landwirte, eine klare Regelung zur Düngeverordnung einzufordern. „In wirtschaftlich angespannten Zeiten können wir unsere Landwirte nicht im Ungewissen lassen.“

2027 übernimmt Brandenburg nach Ministeriumsangaben den Vorsitz der Agrarministerkonferenz.

Mit der „Offensive Ost“ stelle sich das Land sichtbar hinter die ostdeutsche Landwirtschaft und die Besonderheiten ihrer Strukturen, sagte Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. Er betonte, dass Planungssicherheit für die Betriebe angesichts der anstehenden Frühjahrsarbeiten auf den Feldern notwendig sei. 

Gericht verlangt Nachbesserungen bei Düngevorgaben 

Nach einer Gerichtentscheidung müssen Vorschriften fürs Düngen auf den Feldern geändert werden. Vorgaben zum Ausweisen von Flächen, auf denen wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser besondere Beschränkungen fürs Düngen gelten, reichen demnach nicht aus. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) warb zuletzt noch um Geduld bei der Umsetzung von Neuregelungen.

Ministerin sieht Nachteile für Betriebe im Osten

Bei den Plänen für die künftige gemeinsame EU-Agrarpolitik kritisierte Mittelstädt, es sei eine Kappung der Agrarförderung für Betriebe mit großen Landwirtschaftsflächen beabsichtigt. Dies würde besonders die ostdeutschen Agrarunternehmen mit ihren großen Strukturen benachteiligen. 

Beratungen der EU über Agrarförderung für Europas Landwirte

Europas Landwirte sind verärgert, weil sie fürchten, weniger EU-Mittel zu bekommen. In Brüssel wird über ein neues Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 gerungen. Die Europäische Kommission will den Etat auf rund zwei Billionen Euro aufstocken und gleichzeitig reformieren: Während es bislang etwa viele Töpfe für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) und für die Strukturförderung gibt, soll es nach dem bisherigen Willen der Kommission künftig lediglich einen großen Fonds dafür geben. 

Damit will die Behörde den Landwirten künftig auch weniger Geld fest zusagen. Ihnen sollen für den Zeitraum von 2028 bis 2034 knapp 300 Milliarden Euro zugesichert werden - und damit mehr als 20 Prozent weniger als in der laufenden siebenjährigen Budgetperiode veranschlagt.