1. MZ.de
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Schulen: Ministerin zur Oberstufenreform: Machen das Abitur moderner

Schulen Ministerin zur Oberstufenreform: Machen das Abitur moderner

Die Oberstufe an Niedersachsens Gymnasien soll reformiert werden. Kultusministerin Hamburg verteidigt die Pläne gegen Kritik der CDU und erklärt, was sich beim Abitur ändern soll.

Von dpa 05.03.2026, 04:30
Sie sieht in der Oberstufenreform eine Chance auf Modernisierung und Bildungsgerechtigkeit: Kultusministerin Julia Willie Hamburg. (Archivbild)
Sie sieht in der Oberstufenreform eine Chance auf Modernisierung und Bildungsgerechtigkeit: Kultusministerin Julia Willie Hamburg. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa

Hannover - Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat die geplante Reform der gymnasialen Oberstufe verteidigt. Ziel sei es, das Abitur an neue Anforderungen anzupassen und zugleich bundesweit vergleichbarer zu machen, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die CDU fordert dagegen, die Änderungen zu stoppen. Sie warnt davor, dass sonst allgemeinbildende Standards sinken könnten.

Der Landtag befasst sich heute mit dem Antrag der CDU. Ein Überblick:

Warum braucht es eine Reform der Oberstufe?

Das Abitur müsse bundesweit vergleichbar sein, sagt Hamburg. Die Länder seien einer Gerichtsentscheidung zufolge zu unterschiedlich im Abitur. Deswegen habe die Kultusministerkonferenz neue Eckpunkte entschieden. „Wir setzen diese nicht nur um – wir nutzen sie, um das Abitur moderner und leistungsorientierter zu machen.“ Ziel sei es, die Oberstufe „fit für die 2030er“ zu machen.

Mehr Wahlfreiheit für Schülerinnen und Schüler

Nach Darstellung der Ministerin sollen Jugendliche künftig ihren Weg zum Abitur stärker an eigenen Interessen und Fähigkeiten ausrichten können. „Mehr Wahlfreiheit bedeutet keineswegs weniger Anspruch, sondern vor allem eine bessere Profilbildung“, sagte Hamburg. Außerdem sollten mehr Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten die Anschlussfähigkeit an Studium und Ausbildung stärken.

Die CDU befürchtet dagegen, dass durch mehr Wahlmöglichkeiten wichtige Fächer an Bedeutung verlieren könnten. Allen Fremdsprachen außer Englisch drohe mit der Reform das Aus, auch das Fach Politik und Wirtschaft könne wegfallen.

Droht Fremdsprachen in der Oberstufe das Aus?

Diese Sorge weist das Ministerium zurück. „Fremdsprachen bilden auch in Zukunft einen Schwerpunkt an unseren Schulen und im niedersächsischen Abitur“, erklärte Hamburg. Voraussetzung für das Abitur bleibe weiterhin eine zweite Fremdsprache über fünf Jahre hinweg. Schülerinnen und Schüler könnten künftig zudem in der Einführungsphase eine dritte Fremdsprache wählen. Das sei bislang deutlich schwieriger.

Neue Prüfungsformate in der Oberstufe

Schriftliche Klausuren sollen nach Darstellung des Ministeriums auch künftig ein zentraler Bestandteil bleiben. Gleichzeitig sollen in einzelnen Fällen alternative Leistungsnachweise möglich sein. „Das Niveau bleibt also hoch – wir erweitern nur die Möglichkeiten, wie Schülerinnen und Schüler ihr Wissen zeigen können“, sagte Hamburg. 

Projektorientierte Formate könnten etwa Podcasts oder andere Präsentationsformen sein. Die Prüfungsformen im Abitur selbst bleiben nach Angaben des Ministeriums unverändert.

Mehr mündliche Prüfungen

Eine weitere Änderung betrifft die Gewichtung mündlicher Leistungen. Künftig sollen zwei Abiturprüfungen mündlich abgelegt werden statt bisher einer.
Die mündliche Darstellung spiele eine immer größere Rolle – etwa im Kundengespräch, in Team-Meetings oder in Prüfungen an der Universität, sagte Hamburg. „Wer glaubt, dass mündliche Prüfungen einfacher in der Vorbereitung sind, der irrt.“ Die Qualität des Abiturs werde dadurch gestärkt.