Mineralien

Mineralien: Goldnuggets kann man auch im Harz finden

Halle/MZ. - "Klar kann man auch in Sachsen-AnhaltGold finden", sagt Markus Schade. "Etwa inder Kalten Bode und ihren Zuflüssen im Harz,oder in der Saale und der Mulde." Der Geologe,der im thüringischen Theuern ein Gold-Museumbetreibt, kennt nicht nur die Details um denjüngsten Goldfund im Schwarzatal, sondernauch die Geschichte des Goldabbaus in derhiesigen Region. Gold fasziniert den gebürtigenBerliner seit seiner ...

Von Charles Thibo 11.05.2004, 15:28
Ein Rentner hat in Thüringen einen der größten Goldfunde seit über 200 Jahren in Deutschland gemacht. Zum Größenvergleich liegt der Fund mit einem Ein-Cent-Stück auf einem Felsbrocken. Der 64-jährige Martin Heinz aus Katzhütte entdeckte zufällig bei einem Waldspaziergang in Thüringen ein 9,64 Gramm schweres und 2,2 Zentimeter langes Nugget in einem Bach im oberen Schwarzatal. Dies teilte das Gold-Museum in Theuern (Kreis Sonneberg) am selben Tag mit. Ersten Untersuchungen zufolge bestehe das Stück mineralogisch aus reinem Gold und wurde so von der Natur geschaffen. (Foto: dpa)
Ein Rentner hat in Thüringen einen der größten Goldfunde seit über 200 Jahren in Deutschland gemacht. Zum Größenvergleich liegt der Fund mit einem Ein-Cent-Stück auf einem Felsbrocken. Der 64-jährige Martin Heinz aus Katzhütte entdeckte zufällig bei einem Waldspaziergang in Thüringen ein 9,64 Gramm schweres und 2,2 Zentimeter langes Nugget in einem Bach im oberen Schwarzatal. Dies teilte das Gold-Museum in Theuern (Kreis Sonneberg) am selben Tag mit. Ersten Untersuchungen zufolge bestehe das Stück mineralogisch aus reinem Gold und wurde so von der Natur geschaffen. (Foto: dpa) dpa

"Klar kann man auch in Sachsen-AnhaltGold finden", sagt Markus Schade. "Etwa inder Kalten Bode und ihren Zuflüssen im Harz,oder in der Saale und der Mulde." Der Geologe,der im thüringischen Theuern ein Gold-Museumbetreibt, kennt nicht nur die Details um denjüngsten Goldfund im Schwarzatal, sondernauch die Geschichte des Goldabbaus in derhiesigen Region. Gold fasziniert den gebürtigenBerliner seit seiner Kindheit.

In Tilkerode gibt es Schade zufolge es einhistorisches Bergwerk, in dem Gold abgebautworden sei; von dort stammten die Gold-Dukatenmit der Prägung "ex auro anhaltino" (aus anhaltinischemGold). Auf der Westseite des Harzes in Goslarsei bis Anfang des letzten Jahrhunderts Goldunter Tage gefördert worden. "Das Gold inder Mulde und der Saale stammt aus dem Erzgebirge,beziehungsweise aus dem Fichtelgebirge", sagtSchade. Es wird aus den Lagerstätten im Gebirgeausgewaschen und flussabwärts transportiert- je weiter der zurückgelegte Weg, umso kleinerdie Goldnuggets. "Im Wasser wird das Goldvom Kies regelrecht plattgehämmert", erklärtder Geologe. "Plättchen, die zwei bis dreiMillimeter lang sind und einen halben Millimeterdick, sind in Deutschland schon tolle Funde."Meistens seien die Fundstücke aber noch kleinerund oft nur unter dem Mikroskop zu erkennen.

Doch wo soll man suchen? Markus Schade gibtein paar Tipps: Mögliche Fundstellen in oderan Flüssen verraten sich durch groben Schotterund lehmige Schichten. "Dann ist viel Geduldnötig und die richtige Technik." Die kannman freilich bei ihm im Goldmuseum lernen.Und noch einen Trick verrät der Geologe: Goldunterscheidet sich vom so genannten "Katzengold"(Pyrit) und dem ebenfalls goldig schimmerndenGlimmer dadurch, dass es nicht zerbröselt,sondern allenfalls leicht verbiegt, wenn manes mit dem Fingernagel eindrückt - die Gold-Nagelprobe.

Heinz Martin, der 64-jährige Rentner, derim Schwarzatal fündig wurde, war sich seinerSache übrigens auch nicht sicher. Schade erzählt,dass der Mann zunächst Nachbarn um Rat fragte.Am Ende sei er dann auf das Goldmuseum gestoßen."Es ging nicht nur darum, ob es sich um echtesGold handelte, sondern auch, ob es tatsächlichein natürlicher Fund aus der Region ist",sagt er "Doch bereits beim Anfassen war mirklar: Es ist echt - genau so wie die Fundgeschichte,die der Mann erzählt hat."