Wildnis Luchs Carlo in Freiheit entlassen
Der Thüringer Wald hat einen neuen Bewohner: Luchs Carlo wurde in der Nähe von Oberhof ausgewildert. Er wuchs im Karlsruher Zoo auf. Nun soll er ein besonderes Artenschutzprogramm unterstützen.

Erfurt - Im Thüringer Wald lebt ein weiterer ausgewilderter Luchs. Im Rahmen eines Artenschutzprojekts ist der einjährige Carlo am Freitag nahe Oberhof freigelassen worden. Das teilte der Thüringer Landesverband des BUND mit. Es ist bereits der sechste Luchs, der seit Beginn des Projekts „Luchs Thüringen“ 2024 eine neue Heimat im Thüringer Wald gefunden hat, heißt es weiter.
Der Luchs wuchs in einem naturnahen Gehege im Karlsruher Zoo in Baden-Württemberg auf. Dort werden die streng geschützten Tiere gezielt für Wiederansiedlungsprojekte gezüchtet.
Beobachtung mittels GPS-Peilsender
Ein Jahr lang soll Carlo nun mit Hilfe eines GPS-Senders beobachtet werden. Danach falle das Halsband automatisch ab, heißt es. Benötigt werden die Bewegungsdaten, um einzuschätzen, ob das Auswilderungsprojekt erfolgreich ist und sich im Thüringer Wald eine stabile Luchspopulation etablieren kann. Im kommenden Jahr sollen laut BUND weitere Luchse im Thüringer Wald angesiedelt werden.
Experten sehen Thüringen als wichtiges Bindeglied, um Luchspopulationen etwa im Harz und im Bayerischen Wald miteinander zu verbinden. Verpaarungen zwischen den Tieren aus unterschiedlichen Regionen sind gewünscht, um den Bestand zu stabilisieren. Die Raubtiere wurden in der Vergangenheit stark bejagt.