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Stahlindustrie Lösung für HKM: Salzgitter und Thyssenkrupp einigen sich

Salzgitter will die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) schon ab Juni komplett übernehmen. Bedingung ist, dass auch der dritte Eigentümer Vallourec zustimmt.

Von dpa 06.02.2026, 15:40
Einigung mit Thyssenkrupp: Der Stahlkonzern Salzgitter übernimmt den Duisburger Stahlerzeuger HKM ab Juni komplett - falls auch der dritte Eigentümer Vallourec zustimmt. (Archivbild)
Einigung mit Thyssenkrupp: Der Stahlkonzern Salzgitter übernimmt den Duisburger Stahlerzeuger HKM ab Juni komplett - falls auch der dritte Eigentümer Vallourec zustimmt. (Archivbild) Christoph Reichwein/dpa

Duisburg/Salzgitter - Für die Zukunft des Duisburger Gemeinschafts-Stahlunternehmens HKM zeichnet sich eine Lösung ab. Die beiden Gesellschafter Thyssenkrupp Steel und Salzgitter AG teilten mit, dass man sich auf eine Fortführung der HKM geeinigt und ein Eckpunktepapier vereinbart habe.

Geplant ist demnach ein Verkauf der HKM-Gesellschaftsanteile von Thyssenkrupp Steel an Salzgitter zum 1. Juni 2026. Die Belieferung an Thyssenkrupp Steel von HKM laufe dann Ende 2028 aus. Bisher war dies für Ende 2032 geplant. Finanzielle Details zur Entflechtung der vertraglichen Beziehungen wollten die Unternehmen nicht veröffentlichen.

HKM beschäftigt etwa 3.000 Menschen

HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann) gehört den Stahlunternehmen Thyssenkrupp (50 Prozent), Salzgitter (30 Prozent) und Vallourec (20 Prozent). HKM beschäftigt etwa 3.000 Menschen und produziert mit zwei Hochöfen Vorprodukte für die Eigentümer. Thyssenkrupp und Vallourec wollen sich schon seit Längerem aus dem Unternehmen zurückziehen. 

Voraussetzung für die Umsetzung der Vereinbarung ist laut der Mitteilung, dass auch der dritte Eigentümer Vallourec dem Verkauf seiner Anteile an Salzgitter zustimmt. Auch müsse ein bereits beauftragtes Fortführungsgutachten zu einer positiven Bewertung kommen.

TK-Stahlchefin: „Faire und für alle Beteiligten tragfähige Lösung“

Thyssenkrupp-Stahlchefin Marie Jaroni nannte die Einigung einen „Meilenstein zur (...) zukunftsfesten Aufstellung“ von Thyssenkrupp Steel. „Mit der Vereinbarung ist es uns gelungen, eine faire und für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu erzielen. Damit kommen wir unserer Verantwortung sowohl für Thyssenkrupp Steel als Ganzes als auch für die HKM-Beschäftigten nach“, erklärte sie.

Die Vereinbarung sei ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg, für HKM eine gute industrielle Zukunft zu erarbeiten, sagte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler. „Sie schafft Klarheit für alle Beteiligten in diesem Prozess und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive.“ HKM könne damit ein Teil des Transformationsprozesses hin zur CO2-armen Stahlerzeugung im Salzgitter-Konzern werden.

Groebler hatte im Dezember in einem Interview der „WAZ“ gesagt, dass Salzgitter HKM in kleinerem Umfang weiterführen wolle. Nach den damals vorgestellten Plänen sollen die beiden Hochöfen durch einen Elektrolichtbogenofen ersetzt werden. Die Belegschaft würde dabei auf rund 1.000 Beschäftigte verkleinert. 

Voraussetzung für eine Übernahme aller Anteile sei, dass sich die bisherigen Miteigentümer an den Kosten für eine Verkleinerung beteiligten, hatte Groebler in dem Interview betont. Auch brauche HKM eine positive Rückmeldung zu beantragten Fördermitteln für einen neuen Elektrolichtbogenofen in Höhe von 200 Millionen Euro.