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Pflege Köpping: Sachsen auf ausländische Pflegekräfte angewiesen

In Leipzig werden erstmals junge Brasilianer als Pflegefachkräfte ausgebildet. Welche Chancen und Herausforderungen mit diesem Projekt einhergehen.

Von dpa 23.02.2026, 15:14
Sachsen braucht ausländische Pflegekräfte.
Sachsen braucht ausländische Pflegekräfte. Jan Woitas/dpa

Leipzig - Sachsen benötigt wegen seiner alternden Bevölkerung bis 2030 rund 5.000 zusätzliche Pflegekräfte - und wird diesen Bedarf laut Sozialministerin Petra Köpping nicht allein mit einheimischem Personal decken können. Die SPD-Politikerin setzt auf die Anwerbung ausländischer Azubis und Fachkräfte.

Junge Brasilianer werden in Leipzig ausgebildet

In Leipzig besuchte Köpping ein Pflegeheim der Diakonie, in dem erstmals junge Menschen aus Brasilien zu Pflegefachkräften ausgebildet werden. Die Kontakte für dieses Projekt waren während eines Besuchs Köppings in dem südamerikanischen Land zustande gekommen. 

Neun junge Männer und Frauen absolvieren seit September die dreijährige Ausbildung. Zuvor hatten sie auf Kosten der Diakonie in ihrer Heimat einen Sprachkurs absolviert, um Deutsch auf fortgeschrittenem Niveau zu lernen. Köpping erkundigte sich bei den Azubis, wie sie in Leipzig angekommen seien und welche Erfahrungen sie bisher gemacht hätten.  

Sprache als größte Hürde

„Die größte Herausforderung, die wir alle zusammen gehabt haben, war auf jeden Fall die Sprache“, berichtete der 20-jährige Pedro Oliviera. Von dieser Hürde abgesehen empfinde er die Menschen in Deutschland als sehr freundlich und freue sich, hier zu sein.

Die Diakonie plant das Brasilien-Projekt in den nächsten Jahren fortzusetzen. Aktuell absolviere ein weiterer Jahrgang den Sprachkurs, und bald sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen dritten Jahrgang ausgewählt werden.

Weltoffenheit in der Gesellschaft nötig

Bisher sei die Diakonie sehr zufrieden mit ihren brasilianischen Azubis, sagte der kaufmännische Vorstand Sebastian Steeck. Auch er geht davon aus, dass der Pflegenotstand in Sachsen nicht allein mit einheimischen Kräften zu bewältigen ist. „Wenn wir das in irgendeiner Weise schaffen wollen, gibt es keine Alternative als auch im Ausland anzuwerben“, sagte Steeck.

Nötig sei auch ein Sinneswandel in der Gesellschaft - hin zu einer größeren Weltoffenheit. „Wenn dieses Projekt erfolgreich sein soll, dann muss sich die Gesellschaft in Sachsen auch öffnen für den Gedanken, dass Menschen aus anderen Ländern kommen und sie pflegen“, sagte Steeck.