1. MZ.de
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Berlin: Klimaaktivisten kleben sich an Kunstwerk in Gemäldegalerie

Berlin Klimaaktivisten kleben sich an Kunstwerk in Gemäldegalerie

Erneut attackieren Klimaaktivistinnen ein Museum. Zwei Frauen kleben sich am Rahmen eines Bildes fest.

Von dpa Aktualisiert: 25.08.2022, 18:03

Berlin - Trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen haben sich Klimaaktivistinnen erneut an einem Museumsbild festgeklebt. Am Donnerstag war die Gemäldegalerie in Berlin betroffen. Die Staatlichen Museen bestätigten die Aktion. Attackiert wurde das Gemälde „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553). Laut Polizei wurden die Frauen vom Rahmen gelöst und ihre Personalien aufgenommen.

Nach dpa-Informationen klebten sich zwei Aktivistinnen am Rahmen des Gemäldes fest. Dabei wurde die Alarmanlage ausgelöst. Die jungen Frauen hatten ein Plakat der Bewegung „Letzte Generation“ dabei, auf ihren T-Shirts stand „Stoppt den fossilen Wahnsinn“. Der Bereich wurde abgesperrt, Polizei war nach Museumsangaben vor Ort. Über mögliche Schäden gab es noch keine Informationen.

Nach den jüngsten Vorfällen seien Museen und Aufsichtspersonal zusätzlich sensibilisiert worden, sagte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in einer ersten Reaktion der dpa in Berlin. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.“

Von Seiten der „Letzten Generation“ wurde die Wahl des Gemäldes „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ begründet. „Auf einer zwei oder vier Grad heißeren Welt wird es keine sichere Zuflucht mehr geben“, hieß es in einer Mitteilung. Cranachs Gemälde zeigt Maria und Joseph mit dem Jesus-Kind, die sich auf ihrer Flucht umringt von einer Schar von Engeln erschöpft ausruhen. In der Mitteilung begründete Aktivistin Lina Eichler die Attacke: Sie habe sich an das Gemälde geklebt, „um für eine sichere Zukunft für uns und alle Kinder zu kämpfen“.

Bereits die ersten Aktionen hatte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, am Donnerstag verurteilt. „So sehr ich die Verzweiflung der Klimaaktivisten nachvollziehen kann, so deutlich sage ich, die Aktionen sich an Rahmen berühmter Kunstwerke zu kleben, sind eindeutig der falsche Weg. Die Gefahr der Beschädigung der Kunstwerke ist sehr groß“, hieß es in einer Mitteilung.

Am Mittwoch hatten sich zwei Klimaaktivisten im Frankfurter Städel am Rahmen eines großen Gemäldes festgeklebt. Am Dienstag hatte es eine ähnliche Aktion in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden gegeben.

In diesem Jahr blockierten die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ bundesweit bereits Hunderte Straßen. Die Aktivisten fordern von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), dass sie sich stärker für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen.