Museumsprogramm 2026 Käthe Kollwitz bis Jutta Müller: Ausstellungen in Chemnitz
Nach dem Ausstellungsfeuerwerk im Kulturhauptstadtjahr müssen die Kunstsammlungen Chemnitz nun einige Gänge zurückschalten. Das erwartet Kunstinteressierte in diesem Jahr.

Chemnitz - Die Kunstsammlungen Chemnitz spannen dieses Jahr mit ihren Ausstellungen einen Bogen zwischen großen Utopien und Alltäglichem. So bereitet das Museum Gunzenhauser eine dreiteilige Reihe zum Thema Essen vor. Ausgehend von Evas Apfel und der Muttermilch geht es dabei etwa um den Zusammenhang von Geschlechterrollen und Essen, aber auch um Rituale und die Verbindung von Kultur, Religion und Identität, erklärte Museumsleiterin Anja Richter. Denn Essen sei weit mehr als Nahrungsaufnahme.
Die Kunstsammlungen am Theaterplatz läuten den neuen Ausstellungsreigen unter dem Titel „Utopia. Recht auf Hoffnung“ am 11. April ein. In Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg werden dann Positionen zeitgenössischer Kunst, die angesichts globaler Krisen konkrete Ideen für ein gerechteres und nachhaltigeres Zusammenleben entwerfen, sagte Generaldirektorin Florence Thurmes. In einer Zeit der Polykrisen mit Kriegen, Umweltverschmutzung und Genoziden gehe es darum, groß darüber nachzudenken, wie die wir besser zusammenleben können. „Diese Weitsicht fehlt oft, weil alle nur aufs Smartphone oder Tablet schauen.“
Ausstellungen zu Käthe Kollwitz und Jutta Müller
Einige Ausstellungen widmen sich gezielt einzelnen Künstlerpersönlichkeiten. Eine davon ist Käthe Kollwitz (1867-1945). Die Chemnitzer Sammlung umfasse mehr als 90 Druckgrafiken und fünf Zeichnungen aus allen Phasen ihres Schaffens, erläuterte die Kuratorin der grafischen Sammlung, Kerstin Drechsel. Daraus werde die Schau schöpfen ergänzt durch Leihgaben von Skulpturen. Das Ganze trete in Dialog mit Arbeiten einer Fotografie-Klasse der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, um den Bogen in die Gegenwart zu spannen. Eine weitere Schau im Herbst widmet sich dann dem Werk von Wolfgang Mattheuer und seiner Frau Ursula Mattheuer-Neustädt.
Um eine Persönlichkeit aus einem ganz anderen Bereich geht es am Jahresende im Schloßbergmuseum: Der Eiskunstlauf-Trainerin Jutta Müller (1928-2023), die international Sportgeschichte geschrieben hat. Den Angaben nach werden dann erstmals Teile ihres dem Museum hinterlassenen Nachlasses gezeigt.