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Zusammenhang zwischen Taten? Innenminister warnt nach Angriff: Neue Stufe der Bedrohung

Ein Brand neben dem Wohnhaus und Asche in einem Brief: Brandenburgs Innenminister sieht eine neue Stufe der Bedrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten Büttner.

Von dpa 14.01.2026, 17:20
Der Beauftragte gegen Antisemitismus des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, wird nach dem Brandanschlag auf seinem Privatgrundstück verstärkt geschützt. Es wurde ein Gebäude - nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt - angezündet. (Archivbild)
Der Beauftragte gegen Antisemitismus des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, wird nach dem Brandanschlag auf seinem Privatgrundstück verstärkt geschützt. Es wurde ein Gebäude - nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt - angezündet. (Archivbild) Soeren Stache/dpa

Potsdam - Brandenburgs Innenminister René Wilke sieht angesichts des Brandanschlags auf dem Grundstück des Antisemitismus-Beauftragten eine neue Stufe der Bedrohung erreicht. Der oder die Täter hätten in Kauf genommen, dass noch Schlimmeres hätte passieren können, sagte der SPD-Politiker am Nachmittag im Innenausschuss des Landtages. 

Auf dem Grundstück des Beauftragten gegen Antisemitismus, Andreas Büttner (Linke), war am Sonntagmorgen in Templin (Uckermark) ein Brandanschlag verübt und ein Symbol der palästinensische Terrororganisation Hamas angebracht worden. Ein Schuppen brannte, er sei 4 bis 5 Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt gewesen, sagte Wilke. Ein Überspringen der Flammen sei nicht undenkbar gewesen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt, setzte eine Belohnung von 10.000 Euro aus und hofft auf Zeugenhinweise. Zudem ging ein Drohbrief an Büttner im Landtag in Potsdam ein. Die Substanz darin stellte sich als ungefährliche Asche heraus. 

Hängen beide Taten zusammen? 

Eine mögliche Verbindung beider Taten wird geprüft. Innenminister Wilke sagte: „Man könnte auf die Idee kommen, dass es eine gewisse Korrelation gibt.“ Die Ermittlungsarbeit laufe sehr intensiv, sagte Wilke. 

Minister: Angriff neue „Kategorie“

Bereits 2024 war Büttners Fahrzeug beschädigt worden - es wurden Hakenkreuze eingeritzt. Der aktuelle Fall sei jedoch eine andere Kategorie, so der Minister. 

Die Sicherheitsbehörden gehen von einer höheren Gefährdung Büttners aus, er erhält verstärkten Schutz. Details nannte Wilke nicht. 

Die SPD-Abgeordnete Annemarie Wolf sagte, der Angriff habe das Sicherheitsgefühl der Menschen in Templin und in der Uckermark erschüttert. Der Innenminister appellierte, wenn jemand im Auftrag des Landes tätig sei und angegriffen werde, müssten „alle zusammenstehen“.